Erstveröffentlicht: 05.03.2023 · Zuletzt überarbeitet: Mai 2026 · 2. Fassung
Die wichtigsten Energiespartipps kenne ich doch.
Das hab ich auch gedacht. Bis ich im Dezember 2022 einem Vortrag der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zugehört habe – und schon in den ersten zehn Minuten etwas Neues gelernt hatte.
Was ich an dem Abend mitgenommen habe – ergänzt um den aktuellen Stand 2026 – findet ihr hier. Einiges hat sich seitdem grundlegend verändert, vor allem beim Thema Balkonkraftwerk. Darum gibt es jetzt eine überarbeitete Fassung.
Wie teilt sich der Energieverbrauch im Haushalt auf?
Bevor wir zu den Tipps kommen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Zahlen. Denn die meisten denken beim Energiesparen sofort an den Strom – Licht aus, Gerät vom Netz, fertig.
Die tatsächliche Aufteilung ist aber eine andere:
- 70 % des Energieverbrauchs entfallen auf Raumwärme – also Heizung
- 14 % auf Warmwasser
- Nur 16 % auf den täglichen Stromverbrauch durch Haushaltsgeräte

Wer also wirklich etwas an seinen Energiekosten ändern will, sollte zuerst bei der Heizung ansetzen. Nicht beim Licht. Das macht rechnerisch den größten Unterschied.
Die Heizung – was du als Mieter tun kannst
Das Heizkörperthermostat richtig einstellen – das klingt banal. Ist es aber nicht. Eine weit verbreitete Fehlannahme: Das Sternchen-Symbol auf dem Thermostat sei die richtige Einstellung für längere Abwesenheit oder ungenutzte Räume.
Stimmt leider nicht. Das Sternchen schützt in vielen Fällen nicht ausreichend vor geplatzten Leitungen, besonders wenn diese nah an der Außenwand liegen. Besser: Mindestens Stufe 1 einstellen – auch wenn der Raum längere Zeit leer steht.
Hier noch ein paar weitere Punkte, die wirklich etwas bringen:

Zur Orientierung eine einfache Beispielrechnung: Bei 20° Innentemperatur und 5° draußen beträgt die Temperaturdifferenz 15°. Senkt eins die Raumtemperatur von 24° auf 19°, ergibt das eine Ersparnis von rund 20 % bei der Heizenergie.
Luftfeuchtigkeit – unterschätzt und wichtig
Schimmel entsteht dort, wo warme, feuchte Luft auf kalte Wände trifft – also genau an den Wärmebrücken, von denen gerade die Rede war. Ein Hygrometer hilft dabei, die Raumfeuchtigkeit im Blick zu behalten.
Als Faustregel gilt: Bis etwa 60–65 % ist alles im grünen Bereich. Steigt die Feuchtigkeit darüber, empfiehlt sich häufigeres Stoßlüften.
Noch ein Hinweis: Bei unterschiedlich beheizten Räumen – Schlafzimmer kühler als Wohnzimmer – sollten die Zimmertüren möglichst geschlossen bleiben. Sonst zieht die Feuchtigkeit aus dem warmen Raum in den kühlen und schlägt sich an den Wänden nieder.
Für Eigenheimbesitzer: Die Heizungsanlage richtig einstellen
Wer die eigene Heizungsanlage steuern kann: Die Vorlauftemperatur lässt sich absenken, wenn es draußen wärmer wird. Und eine Nachtabsenkung – also automatisch niedrigere Heiztemperatur nachts – spart dauerhaft.
Ist die Anlage älter als 15 Jahre, lohnt sich ein Gespräch mit einem Heizungsbauer – nicht unbedingt um sofort zu investieren, sondern um zu wissen, wo man steht. Ein Fachmann kann die Anlage prüfen und richtig einstellen. Das ist an dieser Stelle klüger als Selbstversuche, die schlimmstenfalls teurer werden als erwartet.
Erste Anlaufstelle für unabhängige Beratung: die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz – kostenlos und ohne Verkaufsinteresse.
Weiße Ware – lohnt sich der Austausch?

Zu den sogenannten Weißen Waren zählen Kühlschrank, Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler und Gefrierschrank – der Name kommt übrigens von ihrer früher typischen weißen Farbe. Ältere Geräte können erhebliche Stromfresser sein.
Ob das bei den eigenen Geräten so ist, lässt sich mit einem Energiemessgerät herausfinden. Die Verbraucherzentrale verleiht diese Geräte kostenlos. Einfach an jedem Gerät messen, die Zahlen notieren – und dann entscheiden, ob ein Austausch sich langfristig rechnet.
Tipp für Trier und Umgebung: Gelegentlich gibt es in der Region Energiekostenmessen mit Beratungsangeboten der Verbraucherzentrale und des Stromspar-Checks. Termine beobachten lohnt sich.
Kleine Tricks mit echter Wirkung
Balkonkraftwerk – 2024 hat sich vieles geändert
Dieser Abschnitt sah in der ersten Version dieses Artikels noch anders aus. Und das ist gut so – denn die Lage hat sich grundlegend verbessert.
Was das Solarpaket I (Mai 2024) gebracht hat:
- Mieterinnen und Mieter haben jetzt ein gesetzliches Recht auf ein Balkonkraftwerk (§ 554 BGB – „privilegierte bauliche Veränderung“). Vermieter können nur noch aus besonders wichtigen Gründen ablehnen – eine schlichte Weigerung wie früher ist nicht mehr möglich.
- Die erlaubte Modulleistung wurde von 600 auf 800 Watt angehoben.
- Die Anmeldung beim Netzbetreiber wurde vereinfacht – ein Online-Formular reicht, kein Elektriker mehr nötig.
Die Preise für gute Sets (800 Watt) liegen 2025 meist zwischen 200 und 350 Euro – deutlich günstiger als noch 2022/23.
Was bleibt: Am meisten bringt ein Balkonkraftwerk, wenn eins den erzeugten Strom dann verbraucht, wenn die Sonne am stärksten ist. Also: Waschmaschine und Geschirrspüler auf die Mittagszeit legen.
Wer unabhängige Beratung zu Balkonkraftwerken möchte: Die Verbraucherzentrale berät dazu kostenlos – auch online.
Energiesparen und Armut – der blinde Fleck in jedem Ratgeber
Jetzt kommt der Teil, der in den meisten Energiespar-Ratgebern fehlt. Oder nur als Fußnote vorkommt. Und das ärgert mich.
Alle Tipps in diesem Artikel haben eine stille Voraussetzung: Man muss in der Lage sein, sie umzusetzen. Elektronische Thermostate kaufen. Alte Waschmaschine gegen neue tauschen. 200 Euro für ein Balkonkraftwerk ausgeben.
Für Menschen, die Bürgergeld (SGB II) oder Grundsicherung (SGB XII) beziehen, ist Energiesparen oft keine Frage des Wollens, sondern des Könnens. Es gibt keine Sonderzahlung vom Jobcenter für neue Haushaltsgeräte – auch wenn das manche Politiker gerne behaupten. Diese Behauptungen sind falsch, und manche nutzen sie bewusst, um Neid und Misstrauen zu schüren.
Die gestiegenen Energiepreise treffen Haushalte mit kleinem Einkommen proportional viel härter als andere. Das ist kein Randproblem – das betrifft Millionen Menschen in Deutschland.
Was es gibt
Und beim Kochen? Der Kochsack!
Energie beim Kochen sparen ist ein eigenes Thema – und eine der einfachsten Methoden, die ich kenne, ist der Kochsack. Topf aufkochen, in den isolierten Kochsack stecken, fertig garen lassen. Keine weiteren Energiekosten, kein Anbrennen, kein Rühren.
Den Kochsack kann eins selbst nähen – aus altem Stoff, in einer oder zwei Stunden. Wie das geht, habe ich in einem eigenen Artikel erklärt:
⚡ Energie sparen – weitere Artikel
📚 Quellen & Nachweise
Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz – Webseminare und Energieberatung:
verbraucherzentrale-rlp.de/webseminare-rlp
Caritas Stromspar-Check:
stromspar-check.de
Solarpaket I (2024) – Änderung § 554 BGB, Mieterrechte Balkonkraftwerk:
bundesregierung.de – Solarpaket I
energie-hilfe.org – Hilfe für Betroffene bei Energieabschaltung:
energie-hilfe.org
Vortrag Verbraucherzentrale RLP (Dezember 2022): Energieeinsparung im Haushalt – eigene Mitschrift
#Energiesparen #Energiekosten #Stromsparen #Spartipps #Heizung #Balkonkraftwerk #Bürgergeld #Nachhaltigkeit #Haushaltstipps #PinfsKochstudio #ZeitFürGesundheitTrier
Buchempfehlung

📚 Buchempfehlung
Mein allererstes Kochbuch war das Blaue Kochbuch – damals 1983 in der Schule. Und ehrlich gesagt: Es liegt heute noch in meiner Küche. Inzwischen in der 56. Auflage, über 4 Millionen Mal verkauft und immer noch das Standardwerk, das eins wirklich von Grund auf kochen lernen lässt – von der Hollandaise bis zum Hefeteig.
Was ich daran so schätze? Es erklärt das Warum hinter den Rezepten. Nicht nur „wie lange“, sondern auch „warum so“. Genau das brauchen Anfänger – und das macht auch routinierten Köchen das Nachschlagen leicht.

Wenn euch der Artikel gefallen hat, teilt ihn doch mit euren Freunden.
Ihr wollt in Zukunft per Mail über neue Inhalte, Rezepte und Tipps informiert werden? Dann einfach zum Newsletter anmelden.
Bis bald und leckere Grüße
Eure Pinf
*Zur Refinanzierung der Kosten fürs Webhosting nimmt #PinfsKochstudio am Affiliate Programm von Amazon teil. Bestimmte Begriffe in meinen Beiträgen sind daher mit Links zu Amazon hinterlegt und mit einem * markiert. Wenn du darüber einkaufst, unterstützt du meine Arbeit ohne das dir Mehrkosten entstehen. Vielen Dank.

Pinfss Küchenausstattung
🔍 Du fragst dich, womit ich koche?
Ehrlich gesagt hab ich lange gebraucht, bis ich wusste, was wirklich zuverlässig ist. Mein Favoriten-Equipment – jetzt auf einen Blick.
► Kochtöpfe & Pfannen
► Einmach- & Einkochzubehör
► Backformen
► Bücher, die ich wirklich nutze
Affiliate-Links – für dich kein Mehrpreis,
für mich eine kleine Unterstützung. ♥

Das Weck Einkochbuch
Wer mit dem Einkochen anfängt, braucht eine verlässliche Grundlage. Das Einkochbuch von Weck ist genau das – ein Klassiker der Vorratshaltung mit vielen Rezepten, Grundregeln und Tipps rund ums Einkochen, Einmachen und Haltbarmachen.
Von Marmelade über Gemüse bis hin zu Fleischkonserven – hier findet eins alles was eins für den Einstieg und darüber hinaus braucht.
Empfohlen von Pinf – weil gute Grundlagen das A und O sind!
energie-hilfe.org – Hilfe für Betroffene
Digitale Veranstaltungen der Verbraucherzentrale
