Erstveröffentlicht: Januar 2024 · Zuletzt überarbeitet: Mai 2026 · 2. Fassung
Weißt du noch, wann du dir zuletzt wirklich Zeit für dich genommen hast? Nicht fünf Minuten zwischen zwei To-dos, sondern echte, bewusste Zeit. Zeit, in der du etwas tust, das sich gut anfühlt – nur für dich.
Ich weiß, wie schnell das nach hinten rutscht. Budget knapp, Alltag voll, die eigenen Bedürfnisse irgendwo ganz unten auf der Liste. Gespart habe ich lange an mir selbst, damit die Kinder so gut es geht versorgt sind. Selbst eine einfache Handcreme oder ein Lippenbalsam – Kleinigkeiten, die sich für andere selbstverständlich anfühlen – waren manchmal schlicht nicht drin.
Bis ich entdeckt habe, dass eins das alles selber machen kann. Aus Zutaten, die oft schon in der Küche stehen. Für Cent-Beträge. Und mit einem Ergebnis, das sich anfühlt wie ein kleines Geschenk an sich selbst.
Drei Rezepte zeige ich dir heute – ein duftendes Orangen-Duschpeeling, eine pflegende Lavendel-Handcreme und einen Lippenbalsam, der meine wählerische Tochter auf Anhieb begeistert hat. Los geht’s.
Was du vorab wissen solltest – Material und Hygiene
Das brauchst du grundsätzlich
- Ein Gefäß zum Schmelzen im Wasserbad – eine saubere Konservendose, eine Metallschüssel oder ein hohes Glas tun es prima
- Einen Topf für das Wasserbad
- Einen oder mehrere saubere Löffel und ein Holzstäbchen zum Rühren
- Saubere Gefäße für die fertige Kosmetik
- Optional: hochprozentigen Alkohol zum Desinfizieren der Gefäße
- Eine Unterlage für die Arbeitsplatte – Öle hinterlassen Spuren
Lieber öfter kleine Mengen herstellen als große Vorräte anlegen. DIY-Kosmetik ist sehr ergiebig – ein 200-ml-Glas Orangen-Duschpeeling hat bei mir für zehn Anwendungen gereicht. Und klein hergestellt bleibt alles frisch.

Hygiene – der wichtigste Punkt überhaupt
DIY-Kosmetik kommt ohne Konservierungsstoffe und ohne Wasser aus – zumindest alle Rezepte, die ich hier vorstelle. Das ist gut für die Haut, bedeutet aber: sauber arbeiten ist Pflicht. Kein unsauberes Besteck ins Glas, keine feuchten Finger in die Creme.
Glastiegel lassen sich auskochen und auf einem sauberen Tuch trocknen. Plastikgefäße lieber mit hochprozentigem Alkohol desinfizieren – Weingeist aus der Apotheke in eine kleine Sprühflasche füllen, einsprühen, kurz einwirken lassen, trockenreiben. Oder über Nacht an der Luft trocknen lassen.
Haltbarkeit: Die meisten Cremes und Salben halten 3 bis 6 Monate – aber als Faustregel gilt: nur so lange wie das Mindesthaltbarkeitsdatum der verwendeten Zutaten.
Rezept 1: Orangen-Duschpeeling – duftendes Urlaubsfeeling
Dieses Peeling hat eine Geschichte. Eine liebe Freundin schickte mir eine Kiste wunderschöner Bio-Orangen aus Spanien. Deren Schalen hatte ich zu duftendem Orangenzucker verarbeitet – und dann lag die Frage nahe: geht das auch als Peeling? Spoiler: ja. Sogar mehr als gut.
Der Duft beim Duschen erinnert an Sommer, Süden, Urlaub. Und die Haut danach? Streichelzart.
Zutaten:
- 100 g Bio-Kokosöl
- 100 g Zucker
- 1 EL getrocknete Orangenschalen
- – oder 100 g selbst gemachter Orangenzucker
Du benötigst:
- 1 Topf fürs Wasserbad
- 1 hohes Gefäß zum Schmelzen
- 1 Holzstab zum Rühren
- 1 steriles Schraubglas (200 ml)
Zubereitung:
Wasser im Wasserkocher erhitzen und in einen Topf füllen – spart Energie. Das Kokosöl im hohen Gefäß darin langsam schmelzen. Sobald es flüssig ist, Zucker und Orangenschalen dazugeben und gut verrühren, damit das Öl den Zucker vollständig umschließt. Gefäß aus dem Wasserbad nehmen, noch einmal durchrühren und im offenen Glas vollständig auskühlen lassen. Wichtig: nicht verschließen bevor es kalt ist – sonst bildet sich Kondenswasser und das Peeling verdirbt.
Anwendung:
Nach dem Reinigen unter der Dusche etwas Peeling nehmen und sanft kreisend über den Körper massieren. Den Orangenduft einatmen. Genießen. Mit warmem Wasser abspülen – und wenn Zeit ist, den Körper an der Luft trocknen lassen. Dem Kokosöl wird eine rückfettende Wirkung nachgesagt, weshalb eine Bodylotion danach oft nicht mehr nötig sein soll.
Zitrusdüfte sollen nach Überlieferung Klarheit und Frische schenken – ideal am Morgen oder vor einem langen Abend. Wer Ruhe und Entspannung sucht, greift lieber zu Lavendel oder Kamille. Was Düfte wirklich bewirken, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt – aber der Unterschied im Gefühl ist real. Probier einfach aus, was dir gut tut.
Das Peeling lässt sich wunderbar in kleine Gläschen abfüllen und verschenken – mit einem liebevollen Etikett und einer Serviette über dem Deckel. Da keine Konservierungsstoffe enthalten sind, unbedingt auf die Haltbarkeit hinweisen.
Rezept 2: Lavendel-Handcreme – für Hände die Ruhe verdienen
Für dieses Rezept war es die Kakaobutter, die noch fehlte – und sobald die da war, war die Creme schnell gemacht. Sie ist streng genommen eher eine Salbe als eine Creme, weil kein Wasser enthalten ist. Aber sie pflegt wunderbar und zieht überraschend gut ein.
Meine Freundin hat sie ihrem Mann gegeben – Schreiner, Reibeisenhände seit Jahren. Seitdem sind sie nach ihrer Aussage viel angenehmer geworden. Naja, seine Frau muss es ja wissen. 😉
Eine andere Freundin – sie lebt seit der Flut 2021 mit wenig Schlaf – hat die Lavendelsalbe abends auf Hals und Brust aufgetragen. Ob es der Lavendel war, die Auszeit oder einfach jemand, der an sie gedacht hat: sie hat danach besser geschlafen. Das zählt.
Zutaten:
- 50 g Kakaobutter
- 40 g Kokosöl
- 1 EL Oliven- oder Mandelöl
- Ein paar Tropfen ätherisches Lavendelöl nach Geschmack
Du benötigst:
- 1 Topf fürs Wasserbad
- 1 hohes Gefäß zum Schmelzen
- 1 Holzstab zum Rühren
- 1 – 4 sterile Tiegel (dm, bei den Kleinteilen)
Kokosöl und Kakaobutter im Wasserbad schmelzen. Olivenöl und ätherisches Öl dazugeben, gut verrühren. In sterile Gläser abfüllen und bei Zimmertemperatur über Nacht abkühlen lassen – nicht im Kühlschrank, sonst bildet sich mittig eine unschöne Vertiefung.
In den Sommermonaten kann die Salbe bei Zimmertemperatur recht weich werden. Dann lieber kühl lagern – im Keller oder im Kühlschrank.
Anwendung:
Die Salbe eignet sich nicht nur für Hände – sie ist perfekt für raue Stellen an Ellbogen, Knien und Fersen. Am besten direkt nach dem Duschen oder Händewaschen auf noch leicht feuchte Haut auftragen, dann zieht sie besonders gut ein.
Der Überlieferung nach werden Lavendel viele Eigenschaften nachgesagt – darunter eine beruhigende und hautpflegende Wirkung. Wie stark diese Effekte tatsächlich sind, hängt von vielen Faktoren ab. Was ich sagen kann: es riecht wunderbar und das Ritual selbst tut gut.
Ätherische Öle – bitte auf Qualität achten. Günstige Öle können Kopfschmerzen bereiten oder Hautreizungen auslösen. Die Apotheke des Vertrauens ist hier eine gute erste Anlaufstelle.
Rezept 3: Lippenbalsam – klein, fein und ergiebig
Für den Lippenbalsam brauchte es Bienenwachs – und da kam mir meine Freundin zuvor. Noch bevor ich irgendwas sagen konnte, hatte sie Bienenwachspastillen, hochwertiges Lavendelöl und Kerzendochte bestellt. Manchmal hat eins einfach Glück mit seinen Menschen.
Wer keinen Imker kennt, kauft Bienenwachs in Bioqualität im Internet. Wichtig: unbehandelt und nicht gebleicht. Natürliches Bienenwachs ist gelblich – weißes Wachs wurde behandelt, und womit genau weiß eins dann nicht.
Zutaten für 3–4 kleine Tiegel:
- 10 g Sheabutter
- 10 g Bienenwachs (unbehandelt, Bio)
- 10 g Kokos- oder Olivenöl
- Optional: ein paar Tropfen Aroma oder Farbpigmente nach Wahl
Du benötigst:
- 1 Topf fürs Wasserbad
- 1 hohes Gefäß zum Schmelzen
- 1 Holzstab zum Rühren
- 3–4 kleine sterile Tiegel (z. B. von dm, aus den kleinen Taschen mit Reisezubehör)
Alle Zutaten in ein hohes Glas geben und im Wasserbad schmelzen. Die Bienenwachspastillen brauchen etwas länger – Herd auf kleinster Stufe, Geduld mitbringen. Nicht kochen lassen. Ist alles geschmolzen, nochmal gut verrühren und zügig in die kleinen Tiegel füllen. Abkühlen lassen – fertig.
Der Balsam wird fest und lässt sich optional auch in eine Lippenstiftform füllen. Geschmacksneutral, angenehm auf den Lippen, sehr ergiebig. Meine Tochter, die bei so etwas wirklich wählerisch ist, hat sich direkt einen Tiegel geschnappt. Das sage ich mal als Qualitätsbeweis.
🌿 Pinfs Tipp:
Eins kann den selbst gemachten Lippenbalsam auch als Handcreme verwenden – die Zusammensetzung ist ähnlich wie bei der Lavendelsalbe, nur fester. Praktisch für unterwegs!
Und noch eine Geschichte dazu – weil sie einfach zu schön ist, um sie nicht zu erzählen. Im April (2026) war ich mit Bluesky-Freundinnen in Bremen verabredet. Jede bekam eine kleine Tüte mit selbst gemachten Sachen – darunter auch den Lippenbalsam. Eine der Freundinnen schrieb mir hinterher: Sie hätte schon so viele ausprobiert. Dieser wäre der erste, der wirklich etwas gebracht hat.
Ich glaube, das sagt mehr als jede Zutatenliste. 🌿
Was kostet der Lippenbalsam wirklich?
Ich habe nachgerechnet:
- 10 g Sheabutter: 0,10 €
- 10 g Bienenwachs: 0,30 €
- 10 g Kokosöl: 0,08 €
Macht zusammen: unter einem Euro für 30 g pflegenden Lippenbalsam aus hochwertigen Zutaten. Im Vergleich zu Markenprodukten ist das kaum zu schlagen.



Warum DIY-Kosmetik mehr ist als Geld sparen
Selbst gemachte Kosmetik entlastet das Budget – ja. Aber darum geht es mir nicht zuerst.
Es geht um diesen Moment, in dem eins sich hinsetzt, Zutaten abwiegt, rührt, wartet. Es ist Zeit, die eins sich für sich selbst nimmt. Bewusst. Und das hat etwas Meditatives – schon während der Zubereitung beginnt das Wohlgefühl.
Ich habe lange an mir selbst gespart. Cremes, Peelings, Lippenbalsam – Kleinigkeiten, die für andere selbstverständlich sind. Mit DIY-Kosmetik hole ich das nach. Und ich weiß genau, was auf meine Haut kommt.
Gesunde Haut ist übrigens nicht nur Wohlbefinden – sie ist unser größtes Organ. Wird sie rissig und spröde, können Bakterien eindringen, Reizungen entstehen. Mit einfachen selbst gemachten Pflegeprodukten beugt eins vor. Sinnvoll: immer zuerst eine kleine Menge testen – falls eine Zutat nicht verträglich ist, hält sich der Verlust in Grenzen.
Bei den Inhaltsstoffen für selbst gemachte Kosmetik habe ich bewusst auf Affiliate-Links verzichtet. Denn gerade bei ätherischen Ölen, Wachsen und Buttern kommt es auf Qualität und Reinheit an – und die beste Quelle ist die, der du selbst vertraust. Die Apotheke um die Ecke, ein zertifizierter Bioladen oder ein Anbieter mit transparenter Herkunftsangabe sind gute Anlaufstellen. Schau dir die Inhaltsstoffe an, frag nach – und wenn etwas unklar ist, lieber einmal mehr nachfragen als einmal zu wenig.
🌿 Wohlfühlen & DIY-Pflege – weitere Artikel
📚 Quellen & Nachweise
Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Laktosetoleranz und die LP-Allel-Mutation in Mitteleuropa (Artikel nicht mehr online verfügbar)
Smarticular Verlag: „Selber machen statt kaufen"
#DIYKosmetik #NaturkosmetikSelberMachen #KörperpflegeAusDerKüche #OrangenPeeling #HandcremeSelberMachen #LippenbalmSelberMachen #GünstigVerwöhnen #PinfsKochstudio #SelfCare #ZeitFürMich
Buchempfehlung

Wer noch tiefer in die Welt der selbst gemachten Körperpflege eintauchen möchte, dem empfehle ich „Selber machen statt kaufen – Haut und Haar“ vom Smarticular Verlag. Peelings, Cremes, Shampoos, Deodorant und vieles mehr – alles aus natürlichen Zutaten, verständlich erklärt und wirklich alltagstauglich. Ich stöbere selbst immer wieder gerne darin.

Wenn euch der Artikel gefallen hat, teilt ihn doch mit euren Freunden.
Ihr wollt in Zukunft per Mail über neue Inhalte, Rezepte und Tipps informiert werden? Dann einfach zum Newsletter anmelden.
Bis bald und leckere Grüße
Eure Pinf
*Zur Refinanzierung der Kosten fürs Webhosting nimmt #PinfsKochstudio am Affiliate Programm von Amazon teil. Bestimmte Begriffe in meinen Beiträgen sind daher mit Links zu Amazon hinterlegt und mit einem * markiert. Wenn du darüber einkaufst, unterstützt du meine Arbeit ohne dass dir Mehrkosten entstehen. Vielen Dank.

Pinfs Küchenausstattung
🔍 Du fragst dich, womit ich koche?
Ehrlich gesagt hab ich lange gebraucht, bis ich wusste, was wirklich zuverlässig ist. Mein Favoriten-Equipment – jetzt auf einen Blick.
► Kochtöpfe & Pfannen
► Einmach- & Einkochzubehör
► Backformen
► Bücher, die ich wirklich nutze
Affiliate-Links – für dich kein Mehrpreis,
für mich eine kleine Unterstützung. ♥
„Selber machen statt kaufen – Küche“
Es gibt so viel Zeugs, dass wir kaufen, selbst gemacht aber nicht nur günstiger ist, sondern auch gesünder.
Es lohnt sich, wenn man plant auf lange Sicht etwas in seinem Leben zu verändern.
Aber auch wenn du nach selbst gemachten Geschenkideen aus der Küche sucht.
Gesundheitsangebote

Wussten Sie schon?
Das Programm „teamw()rk für Gesundheit und Arbeit" unterstützt und vernetzt Gesundheitsangebote für erwerbslose Menschen.
Zum Thema Gesundheit gehören die Themen Ernährung, Bewegung und seelische Gesundheit (Stress und Wohlbefinden).
Die Kurse und Angebote sind kostenfrei.

