Erstveröffentlicht: 1. Dezember 2021 · Zuletzt überarbeitet: April 2026 · 3. Fassung

Manche Geschenke kauft eins. Und manche entstehen in der Küche – mit ein bisschen Zeit, ein paar günstigen Zutaten und der Gewissheit, dass da wirklich jemand mitgedacht hat. Was aus der eigenen Küche kommt, hat einen anderen Wert. Das merkt eins spätestens wenn eins anfängt, Schokolade selbst zu schmelzen und plötzlich die Kinder mit in der Küche stehen.

Drei Rezepte zeige ich dir heute – alle günstig, alle erprobt, alle auch als Geschenk wunderbar geeignet.

Glaskuchen – der Rührkuchen zum Verschenken

Abwechslungsreiche Ernährung im Alter mit Obst, Gemüse, Kräutern und vielen anderen Lebensmitteln mit wichtigen Nährstoffen.

Das ist eines meiner liebsten Mitbringsel. Ein simpler Rührkuchen, gebacken direkt im Glas – hübsch anzusehen, lange haltbar und für jeden Anlass dekorierbar. Kinder lieben es, die Gläser zu bekleben und zu verzieren. Und wer beschenkt wird, freut sich über etwas das eins wirklich selbst gemacht hat.

Das Rezept ergibt ca. 5 Gläser à 420 ml oder 8–10 Gläser à 230 ml.

Zutaten:

  • 250 g weiche Margarine
  • 250 g Mehl
  • 250 g Zucker
  • 3 Eier
  • ¾ Päckchen Backpulver
  • 1 unbehandelte Zitrone, Schale abgerieben
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • Margarine oder Backtrennspray und Semmelbrösel zum Vorbereiten der Gläser

Zubereitung: Alle Zutaten zu einem glatten Rührteig verarbeiten. Die Gläser gleichmäßig einfetten – Backtrennspray ist dabei praktischer als Pinsel, der Rand bleibt sauberer. Gläser zu je zwei Drittel mit Teig füllen, dabei den Rand fettfrei halten.

Im auf 160 °C vorgeheizten Ofen ca. 40 Minuten backen – ohne Deckel! Nach der Stäbchenprobe sofort den Twist-Off-Deckel fest aufdrehen. Die heiße Luft entweicht beim Abkühlen und es entsteht ein Vakuum. Fertig.

Danach nach Herzenslust dekorieren.

Mehr Rezepte für Glaskuchen gibt es im Weck Einkochbuch, dass ich hier auf der Seite vorstelle.

Pralinen – Schokolade, Kekse und ein bisschen Chaos

Selbstgemachte Schokoladenpralinen in bunten Papierförmchen mit Streuseln dekoriert, daneben gehobelte Kuvertüre

Ja, ich sage es direkt: Wenn kleine Kinder mitmachen, braucht ihr am Ende eine große Menge heißes Wasser. Für das Bad. Und für die Küche. Und vielleicht auch für die Katze. Aber genau das macht es so schön.

Zutaten:

  • 200 g Kuvertüre nach Wahl
  • 2 Butterkekse (nach Bedarf mehr)
  • Bunte Streusel, Krokant oder Perlen zum Dekorieren
  • Papierförmchen

Außerdem hilfreich: Kleiner Topf mit Wasser, tiefer Teller oder Edelstahlschüssel als Wasserbad, Teelöffel, Teigschaber, Kuchengitter, Backpapier als Unterlage.

Zubereitung: Die Butterkekse in einem Gefrierbeutel mit dem Nudelholz fein zerkleinern und beiseite stellen. Die Kuvertüre mit einem großen scharfen Messer fein hobeln.

Wasser im Topf erhitzen, Schüssel oder tiefen Teller darüber setzen – kein Plastik! – und die Kuvertüre unter ständigem, ruhigem Rühren schmelzen. Langsam rühren, keine Luftblasen einarbeiten.

Die zerkleinerten Kekse in die flüssige Schokolade geben und vorsichtig unterheben. Es sollte mehr Schokolade als Keks zu sehen sein. Dann zügig die Papierförmchen befüllen – ein bis zwei Teelöffel pro Förmchen. Sofort dekorieren bevor die Schokolade wieder fest wird.

Tipp für nach Weihnachten: Übrig gebliebene Schokoladenweihnachtsmänner oder Plätzchen lassen sich wunderbar so verarbeiten – einfach statt Butterkeksen verwenden. Nichts wandert in die Tonne. Funktioniert auch mit Osterhasen und Ostereiern.

1-2-3-Teig – der Alleskönner unter den Mürbeteigen

Bunte Plätzchen mit Streuseln neben Butter, Zucker und einer Schüssel – Zutaten für den 1-2-3-Mürbeteig

Der Name verrät das Prinzip: 1 Teil Zucker, 2 Teile Butter, 3 Teile Mehl. Dieser Grundteig ist so vielseitig, dass eins ihn eigentlich immer im Haus haben sollte – als Rolle im Gefrierschrank, bereit für spontanen Besuch.

Zutaten für den Teig:

  • 300 g Mehl
  • 200 g Butter
  • 100 g Zucker oder Puderzucker
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz
  • 1 Päckchen Vanillezucker

Für die Glasur:

  • 300 g Puderzucker, gesiebt
  • 3 EL Zitronensaft oder Wasser

Wir nehmen fast immer Zitronensaft – das gibt einen frischen Kick. Bei mir kommt der inzwischen aus dem eigenen Vorrat: Ich koche Saft aus Biozitronen ein. Die Schalen landen übrigens nicht im Müll – daraus mache ich selbstgemachten Zitronenzucker, den ich bei Bedarf einfach zu Puderzucker vermahle. Wer gerade keinen Zitronensaft zur Hand hat: Das funktioniert genauso wunderbar.

Zubereitung: Trockene Zutaten in eine Schüssel geben, Ei und die in Stücke geschnittene Butter dazu. Alles zu einem glatten Teig verarbeiten, in Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Kleiner Tipp: Den Teig in drei Portionen teilen – so hat eins beim Ausrollen weniger Druck und kann in Ruhe arbeiten.

Danach auf einer bemehlten Fläche ca. ½ cm dünn ausrollen, Formen ausstechen und bei 180 °C ca. 15 Minuten backen. Goldbraun sollen sie sein – aber Achtung, jeder Backofen ist anders. Bei mir waren sie schon nach 10 Minuten fertig.

Vollständig abkühlen lassen, dann mit der Glasur bestreichen und nach Wunsch dekorieren. Mit etwas Glück sind noch welche da wenn die Glasur fertig ist.

Aber selbst machen kostet doch mehr Zeit als kaufen…

Stimmt. Und nein. Kuvertüre, Butter, Mehl, Eier, Zucker – das hat fast jeder im Haus. Was eins spart: Verpackung, Transportweg, den Aufpreis fürs Fertigprodukt. Und was eins gewinnt: etwas das wirklich persönlich ist.

Ein Glas selbst gebackener Kuchen, ein Tütchen selbst gemachter Pralinen – das ist kein Notbehelf. Das ist ein echtes Geschenk.

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