Rosenblütensirup selber machen aus wilden Hundsrosen – ein einfaches Rezept für zart rosa Sirup mit intensivem Rosenduft. Günstig, vegan und weit besser als jedes Fertigprodukt.

Erstveröffentlicht: Mai 2026 · Zuletzt überarbeitet: Mai 2026 · 1. Fassung

Rosenblütensirup selber machen – auf diese Idee wäre ich früher nie gekommen. Aber als mein Löwenzahnhonig fertig im Glas stand und ich zufrieden auf die kleine Reihe Gläschen geschaut habe, kam sofort die nächste Frage: Welche Blüten kann man eigentlich noch verarbeiten? Ein bisschen Recherche später hatte ich meine Antwort – und plötzlich war da diese Erinnerung.

Kempen am Niederrhein. Eine Fleischerei, in der ich in den 90ern gearbeitet habe. Die Chefin fuhr jedes Jahr auf eine Feinkostmesse und brachte die feinsten Köstlichkeiten mit – weit jenseits von Wurst und Schinken. Wir haben auch Catering angeboten, und je nach Anlass wurden entsprechende Aperitifs empfohlen. Darunter immer wieder: Fleur de Rose mit Sekt als Aperitif . Sehr elegant und beliebt bei besonderen Empfängen oder Festen wie Hochzeiten, Kommunion oder Konfirmation. Weiter unten gibt es ein Rezept für die alkoholfreie Variante.

Dass ich das einfach selber machen kann, mit Blüten die wild am Wegesrand wachsen – das hat mich dann endgültig überzeugt. Mein Sohn war sofort dabei.

Entschleunigung beim Rosenblüten sammeln

Es war schon warm, eigentlich schon fast zu spät, als wir losfuhren. Ich hatte am Vortag eine Stelle entdeckt – ein Dorf in der Nähe, außerhalb, dort wo die Straße aufhört und die Wiesen anfangen. Und mittendrin: Hundsrosen. Zarte rosa Blüten verteilt auf viele schattige und sonnige Stellen. Manche einfach zu erreichen, andere zu weit vom Weg entfernt.

Wir haben uns erst mal auf eine Bank gesetzt und die Stille, die Natur genossen. Eine alte Bank unter einem schattigen Baum, umgeben von Wiesen und Hecken. Das Summen und Surren der Bienen, Hummeln und Schwebfliegen lag in der Luft – ein Konzert, das einen sofort ruhig macht. Fast entschleunigend. Genau das richtige Tempo für einen heißen Sommermorgen. Es sollte an dem Tag 30° werden.

Blick von einer Bank über grüne Wiesen und Baumgruppen – der Aussichtspunkt beim Rosenblütensirup selber machen sammeln

Und dann war da noch das Eichhörnchen. Es saß in einem der Bäume und meckerte uns erstmal ordentlich an, bzw. warnte andere Eichhörnchen vor den Eindringlingen– wir waren eindeutig ungebetene Gäste in seinem Revier. 😄 Nach einer Weile hatte es uns offenbar akzeptiert, und wir begannen zu sammeln.

Die Hundsrose – und warum sie Hund heißt

Die Hundsrose (Rosa canina) ist keine Gartenrose. Sie ist wilder, ungebändigter – und dabei wunderschön. Ihre Blüten sind meist zart rosa bis weiß, fünfblättrig, und blühen je nach Region von Mai bis Juli. Wer in Deutschland spazieren geht, begegnet ihr fast überall: an Waldrändern, Hecken und Feldwegen. Und das Beste? Sie riecht. Nicht aufdringlich, sondern fein und leise – ein Hauch Rose, der sich erst entfaltet wenn man die Nase wirklich hineinhält.

Aber warum heißt sie eigentlich Hundsrose? Da gibt es verschiedene Überlieferungen. Die bekannteste: Im Mittelalter glaubte man, die Wurzel der Pflanze helfe gegen den Biss toller Hunde. Daher der Name – und auch das Lateinische canina von canis, also Hund, steckt genau diese Geschichte drin. Eine andere Theorie besagt, „Hund“ wurde früher auch abwertend benutzt – also die „gewöhnliche“ Rose, im Gegensatz zur edlen Gartenrose. Ich finde sie jedenfalls alles andere als gewöhnlich. 🌸

Rosenblüten sammeln – aber richtig

Vanillekipferl

Damit eins wirklich sicher ist, die richtige Pflanze zu sammeln, empfehle ich die App Flora Incognita – einfach öffnen, scannen und den Anweisungen folgen, bestimmen lassen, fertig. Gerade bei Wildpflanzen ist das die sicherste Methode. Die App ist übrigens kostenlos und kann noch viel mehr. Ihr könnt euch eine Karte erstellen mit euren Fundorten. Darüber hinaus gibt die App auch Infos über das Gefundene. Sie ist leicht zu bedienen. Ich finde sie großartig.

Und noch etwas: Immer nur so viel nehmen wie man wirklich braucht. Die Bienen und Insekten brauchen die Blüten mindestens genauso wie wir. Als Faustregel gilt: maximal ein Drittel eines Bestands, nie einen ganzen Strauch abernten. Wir waren sehr vorsichtig – und die Bienen haben uns geduldet.

Wichtig beim Sammeln: Von der Hundsrose verwendet eins nur die Blütenblätter, nicht die ganze Blüte. Die gelben Staubgefäße in der Mitte und der grüne Kelch schmecken bitter – die bleiben am Strauch. Am einfachsten geht das direkt vor Ort: Blüte in die Hand, Blütenblätter mit einer leichten Drehbewegung abstreifen, ab ins Sammelgefäß. Der Kelch bleibt draußen, die Bienen freut’s.

Rosenblütensirup selber machen – das Rezept

Selbst gemachter Rosenblütensirup in Bügelglasflasche mit Rosenlimonade, frischer Minze und Rosenblütenblättern

Ergibt ca. 250–300 ml | Ziehzeit: 24 Stunden | vegan

Wofür Rosenblütensirup verwenden?

Rosenblütensirup selber machen lohnt sich schon allein wegen der Vielseitigkeit:

  • Ein Schuss in Sekt oder Prosecco – fertig ist der Rosenblüten-Aperitif 🥂
  • Über Joghurt oder Quark
  • Zu Pfannkuchen
  • Als Basis für Rosenlimonade
  • Über Vanilleeis

Und falls ihr Rosenblütensirup mal im Bioladen gesehen habt: Die kleinen Fläschchen kosten dort gerne 8–12 Euro. Selbst gemacht? Fast nichts. 😄

Rosenlimonade selber machen

Eine wundervolle Art den Rosenblütensirup zu genießen ist die Rosenlimonade. Eisgekühlt mit Minze und Zitrone.

Rosenlimonade (pro Glas)

  • 1–2 EL Rosenblütensirup
  • 200 ml Mineralwasser (mit Kohlensäure)
  • 1–2 Spritzer Limette oder Zitrone (nicht ½ Limette!)
  • Eiswürfel
  • Optional: ein frisches Minzblatt
Rosenblütensirup selber machen – Rezept Rosenlimonade mit selbst gemachtem Sirup, frischer Minze und Rosenblütenblättern

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