
Brot – Nahrungsmittel in unendlicher Vielfalt. Aber was passiert, wenn wir zu viel davon haben? Zum Wegwerfen zu schade. Ich zeig euch heute ein paar Tricks, wie ihr mehr aus eurem Brot machen könnt.
In meinen 49 Jahren auf dieser Erde ist es mir leider zu oft passiert, dass ich mehr Brot hatte, als ich essen konnte. In früheren Jahren war es oftmals übrig gebliebenes Brot von Grillpartys oder anderen Feiern im Familienkreis.
Brotaufschnitt kennen die wenigsten Bäcker, eigentlich kenne ich nur eine Bäckerei, die dieses Angebot hat. Die Brote waren lang und man konnte sich die Mengen kaufen, die man brauchte. 5 Scheiben hiervon, 3 Scheiben davon und von dem dahinten noch 6 Scheiben. Es blieb nichts übrig.
Später, als die Kinder noch klein waren, war ich einige Zeit Kundin der Tafel und da gab es Brot. Oftmals nur Brot, je nachdem wann man dran war. Brot und Teilchen. Ohne Ende. Einen Teil habe ich anfangs eingefroren, damit ich immer welches in Reserve hatte. Aber wenn man Woche um Woche Mengen Brot bekommt, ist der Gefrierschrank schnell voll. Und ehrlich gesagt tagtäglich Butterbrote ist einseitig und auch nicht gesund. Also NUR Butterbrote.
Café in the Crypt – St. Martin in the Fields
Irgendwann fiel mir der Trip nach London ein, den ich 1999 mit meiner Tante und Cousine unternahm. Bis auf das Frühstück war da kaum etwas genießbar. Also von der englischen Küche. An einem Tag hatten wir großen Hunger und in einer Kirche am Trafalgar Square gab es in der Kypta ein Café. Das Einzige was uns vom Namen her zusagte war etwas das sich “Bread an Cream” nannte. (Wir waren damals noch nicht so vertraut mit englischem Essen und der kulinarischen Sprache und sicherlich auch so manchem Vorurteil aufgesessen, man möge uns verzeihen)
Meine Cousine meinte, das erinnere sie irgendwie an “Arme Ritter” meine Tante ganz trocken “Ein armes Schwein auf Toast wäre mir jetzt lieber!” 😂😂😂😂😂😂 Naja, wir hatten 3 Tage kaum was anständiges gegessen. Entweder zu teuer oder wir haben nur so etwas gefunden wie Lamm mit Minzsoße.
In ihrer Kindheit gab oft Brotsuppe (Rezept weiter unten) für meine Mutter, die sehr kränklich war. Es war wohl eine Art gehaltvolle Kost, die bei meinen Großeltern mit Schwarzbrot zubereitet wurde, damit meine Mutter etwas auf die Rippen bekam. Sie war ziemlich dürr als junges Mädchen.
Und dieses “Cream an Bread” schmeckte wirklich lecker. Also kann man mit Brot mehr machen als nur Butterbrote.
Paniermehl aus Brot und Brötchen
Ok, Paniermehl kann man aus alten Brötchen machen, wie meine Omi es immer gemacht hat. Einfach die Brötchen auf der Heizung trocknen und entweder mit der Küchenreibe reiben oder durch den Wolf drehen, geht auch. Paniermehl kann man immer brauchen. Für Schnitzel oder Kottelets, falschen Hasen (panierte Bauspeckscheiben) oder auch zum Backen.
Tipp: Du kannst statt alten Brötchen auch Weizenmischbrot oder Roggenbrot verwenden. Dann aber 1:1 mit Weizenmehl mischen. Mit diesen Brotsorten kannst du den Geschmack von Paniermehl noch etwas aufpeppen.
Aber mit alten Backwaren, kannst du noch viel mehr machen.
Backen mit altem Brot?
Und da sind wir schon beim nächsten Trick. Du kannst aus altem Brot neues Brot backen. Ja geht hervorragend. Es ist nachhaltig, denn so verschwendest du keine Lebensmittel.
“Nach den Leitsätzen für Brot und Kleingebäck darf der Zusatz in Deutschland bei weizenlastigen Broten bis zu 6%, bei Broten mit überwiegendem Roggenanteil bis zu 20% betragen (jeweils berechnet als Frischbrot).
Natürlich sollst du nicht alle Brotsorten durcheinander werfen. Für Weizenbrot nimmst du altes Weizenbrot und für Roggenbrot altes Roggenbrot usw… Natürlich getrocknet.
„Grob gestückelt oder als Brotmehl zermahlen kann es mit Wasser zu einem Quellstück (1 Teil Altbrot, 2 Teile Wasser), einem Brühstück (1 Teil Altbrot, 3 Teile kochendes Wasser) oder mit Hefe zu einem Vorteig angesetzt und anschließend dem Teig zugeführt werden.“
Das besondere an dieser Art der Verwendung von Altbrot, die Geschmacksstoffe übertragen sich auf das neue Brot. Je nach Art des verwendeten Altbrotes kann der Geschmack bei jedem neuen Brot also variieren.
Das gleiche gilt für sogenanntes Kleingebäck wie Brötchen. Probiere es einmal aus. Du wirst erstaunt sein, welche Geschmacksvielfalt du damit erreichen kannst.
Meine Lieblingsrezepte für Weißbrot und Brötchen
Selber Brot backen ist kein Hexenwerk. Meine beiden Lieblingsrezepte haben uns schon oft am Wochenende vor größerem Hunger gerettet, vor allem wenn eines der Kinder spontan Übernachtungsbesuch eingeladen hat. Auch wenn es etwas Arbeit ist, sind die beiden Rezepte einfach nachzubacken. Mit selbst gemachter Marmelade und selbst gemachtem Joghurt fällt auch nicht auf, dass kaum Aufschnitt im Haus ist.
Ich wurde schon mal gefragt welches Mehl ich verwende und ich muss gestehen ich habe nur Mehl Typ 405 im Haus und auch damit lassen sich Brot und Brötchen backen. Lasst euch nichts anderes einreden.
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- Einback
- Tipp: Brot und Brötchen usw. nach dem Backen direkt mit kaltem Wasser besprühen, das gibt den tollen Glanz, den ihr auch beim Bäckerbrot seht.Butterstuten
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Aus dem Brotteig lässt sich auch Baguette herstellen. Für etwas Abwechslung sorgen Kräuter, geröstete Zwiebeln und Spreck. Zu besonderen Gelegenheiten verwende ich gerne Wajos – Bruschetta Classic Mix. Dazu den Teig halbieren und eine Hälfte mit der angerührten Gewürzmischung verfeinern. Oder auch alle beide, denn ein Brot geht meist schon zum probieren drauf. Auch die Brötchen könnt ihr nach Belieben verfeinern.
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Altes, trockenes Brot??? Da geht noch was!
Seit Jahren folge ich Meiers Kochtipps. Markus Meier hat immer großartige Kochtipps und mit seinen Anleitungen geraten dir auch kompliziertere Rezepte hervorragend.
Auf seinem Youtubekanal gibt es auch Anleitungen für selbst gemachte Brotchips und Croutons, sowie köstliches Bruschetta und Brotsalat. Richtig zubereitet, können diese in einem verschlossenen Glas länger haltbar und somit immer verfügbar sein. Hübsch verpackt, kann das auch ein schönes Mitbringsel für eine Party oder zum Familienfest sein. Neben den Tipps von Markus habe ich euch noch weitere Videos herausgesucht, dass ihr mit einfachen Zutaten köstliche Snacks aus altem Brot herstellen könnt.
Frisches Brot länger frisch?
Frisches Brot kannst du aber auch länger frisch halten, indem du es geschnitten einfrierst. Immer ein paar Schreiben in einem Gefrierbeutel, lassen diese sich einzeln entnehmen. Im Toaster kurz aufbacken und schon hast du frisches Brot.
Ein weiterer Tipp sind Stoffbeutel oder Geschirrhandtücher um das frische Brot herum wickeln. Das Brot trocknet nicht so schnell aus und bleibt so länger frisch.
Stoffbeutel kannst du aus alten Geschirrhandtüchern einfach selber nähen.
Du benötigst:
2 alte Geschirrhandtücher (gleich groß) (Baumwolle oder Leinen, kein Synthetik)
Nadel und Faden oder Nähmaschine
Kordel
evtl. Stecknadeln
Anleitung:
Messe vom oberen Ende ca. 3 cm ab. Schlage den schmalen Streifen um, so dass du einen Tunnel von 1,5 cm hast. Feststecken. Nähe nun 0,5 cm vom unteren Rand ab. Es entsteht ein Tunnelzug. Wiederhole die Schritte beim 2. Geschirrtuch.
Nun legst du beide Teile aufeinander, sodass die äußere Seite “innen” ist und nähst sie bis kurz vor dem Tunnelzug zusammen.
Ziehe nun eine Kordel oder Schrägband durch den Tunnelzug und ziehe die Enden zusammen, dein Beutel ist verschlossen.
Altes Brot frisch machen
Manchmal wird das frisch gekaufte Brot schneller hart als man möchte. Auch hier gibt es einen tollen Trick, wie ihr es wieder frisch und saftig bekommt.
Nimm eine große hohe Schüssel mit Deckel, sodass das Brot mit etwas Luft nach oben hineinpasst.
Lege Plätzchenausstechförmchen oder ähnliches auf den Boden der Schüssel und fülle bis knapp unter den Rand der Förmchen mit Wasser auf. Lege das Brot auf die Förmchen, verschließe die Schüssel fest mit dem Deckel und lasse das ganze ca. 24h ruhen. Das Brot saugt sich mit Feuchtigkeit voll und ist wieder weich.
Anschließend kannst du es im Backofen bei 175°C für ca 15 Minuten backen und es ist wie frisch aus der Backstube.
Brotpudding – Erinnerungen an London
Ich schilderte Eingangs schon die Begegnung mit diesem interessanten Mahl. Brotpudding kann gut vorbereitet und z.B. zum Frühstück gebacken werden, wenn genügend Zeit vorhanden ist.
In einer großen Auflaufform beträgt die Backzeit ca. 50 Minuten. Ich habe irgendwann den Brotpudding in kleinen Formen gebacken, die waren schneller fertig und somit auch für ein morgendliches Frühstück ganz praktikabel. Leider sind die beiden nachfolgenden Rezepte auf Englisch. Der Googleübersetzer hilft euch bei der Übersetzung. Aber bitte auf die Mengenangaben und Backtemperatur auf deutsche Einheiten umrechnen.
Nachfolgend habe ich drei leckere Rezepte für euch herausgesucht, die ihr relativ einfach nachmachen könnt.
Brotsuppe – Nahrhafte Restverwertung

Brotsuppe galt früher als Arme-Leute-Essen. In ihr wurden Lebensmittelreste und eben auch altes Brot verarbeitet. Oder solche Lebensmittel, die zu verderben drohten.
Auch heute ist Brotsuppe noch eine gute Alternative, um Lebensmittel vor der Mülltonne zu bewahren. Hat also nicht unbedingt etwas mit Armut zu tun, sondern mit Nachhaltigkeit.
Es gibt viele verschiedene Rezepte für Brotsuppe im Internet.Ob klare Brühe oder cremige Suppe, es ist für jeden etwas dabei. Je nach Zubereitung kann eine Brotsuppe auch ein pfiffiger Snack für ein kleines spontanes Treffen sein. Stöbert mal durchs Netz-
Brotsuppe aus Altbackenem Brot
Müsli aus Brot?
Kürzlich in einem Chat meiner Brabbelbubble kam das Gespräch auf, dass alles teurer wird. Ich gab ein paar Tipps, wie man etwas sparen kann. Koshiko fragte mich, ob das mein Ernst sei? Ja war es und auch der Grund für diesen Newsletter.
Damit der Newsletter vielseitig ist, habe ich noch etwas recherchiert und bin unter anderem auch auf dieses Rezept gestoßen.
„Ymerdrys: Knuspermüsli aus altem Brot selber machen“
Das wars für heute…
Es gibt natürlich noch mehr Rezepte und vielleicht schreib ich nochmal einen Newsletter zum Thema Brot. Oder habt ihr Rezepte, die ihr gerne mit anderen teilen möchtet? Dann füllt einfach das nachstehende Formular aus. Ich werde die Rezepte thematisch geordnet in einem der nächsten Newsletter dann veröffentlichen.
Wenn euch der Newsletter gefallen hat, hinterlasst doch auf Twitter einen Kommentar oder teilt ihn dort und gerne auch auf anderen Netzwerken mit euren Freunden.
Bis bald und leckere Grüße
Eure Pinf
