Erstveröffentlicht: Februar 2023 · Zuletzt überarbeitet: Mai 2026 · 2. Fassung
Mittags kurz um die Ecke?
Irgendwas vom Bäcker, schnell einen Döner, oder doch wieder der Schokoriegel aus dem Automaten – das Mittagessen unterwegs hat so seine Tücken. Nicht nur was den Geldbeutel angeht, sondern auch was danach passiert: der Nachmittag, der zäh wird, die Müdigkeit, die sich breitmacht.
Ich hab irgendwann angefangen auszurechnen, was mir diese kleinen Mittagspausen über den Monat kosten. Das Ergebnis war ernüchternd. Und da hab ich beschlossen, mein Mittagessen einfach mitzunehmen. Was klingt wie Aufwand, ist mit ein bisschen Vorbereitung erstaunlich entspannt.
Was ich dafür benutze und wie das bei mir funktioniert – das zeige ich euch hier. Mit Rezepten, Ideen und allem was ihr braucht.
Warum nicht einfach die Fertig-Terrine?
Die im Einzelhandel erhältlichen Fertiggerichte sind praktisch, das stimmt. Aber sie enthalten oft viel Salz – oder Salzersatzprodukte – und gesättigte Fettsäuren, die sich ungünstig auf den Cholesterinspiegel auswirken können. Vitamine sind deutlich weniger drin als in frisch Zubereitetem.
Dazu kommt noch ein Trick der Lebensmittelindustrie, der zwar legal ist, aber trotzdem ärgert: Die Portionsgrößen auf der Packung sind oft so berechnet, dass die Nährwertangaben günstiger aussehen. Wer sich dann wundert, warum eins nach einer Portion noch Hunger hat – ihr seid nicht verfressen. Die Portion ist schlicht unrealistisch klein gerechnet. Das gilt übrigens auch für Konservendosen.
Und dann ist da noch der Verpackungsmüll. Eine selbst befüllte Glasflasche oder Brotdose ersetzt täglich eine Plastikverpackung. Über ein Jahr summiert sich das.
Fertiggerichte enthalten oft viel Salz oder Salzersatzprodukte wie Kaliumchlorid – die senken die Natriumangabe auf der Packung, schmecken aber genauso salzig. Dazu ein beliebter Trick der Lebensmittelindustrie: Die Portionsgrößen sind so klein gerechnet, dass die Nährwertangaben günstiger aussehen als sie sind. Wer sich wundert, warum eins nach einer „Portion" noch Hunger hat – ihr seid nicht verfressen. Die Portion ist schlicht unrealistisch.
Die selbstgemachte 5-Minuten-Terrine
Dass Erwachsene heute Milch trinken und verdauen können, ist eigentlich eine Besonderheit. Denn ursprünglich konnten das nur Säuglinge – sie bilden das Enzym Lactase, das den Milchzucker spaltet. Erst vor etwa 7.500 Jahren entwickelte sich in Mitteleuropa eine Genmutation, die es auch Erwachsenen ermöglichte, Milch zu vertragen. Daher gilt diese Fähigkeit heute keineswegs weltweit als selbstverständlich.
Interessant dabei: Schon lange bevor diese Mutation auftrat, haben Menschen Milch verarbeitet – zu Käse und Joghurt nämlich. Denn bei der Fermentation wird der Milchzucker abgebaut. Das Prinzip des Selbermachens ist also uralt. Wir erfinden hier nichts neu, sondern knüpfen an etwas an, das Menschen schon immer getan haben.
Tierisch oder pflanzlich – eine Frage ohne einfache Antwort
Der Name klingt nach Aufwand, ist aber das Gegenteil. Ihr bereitet ein Glas mit trockenen Zutaten vor – und übergießt es mittags einfach mit heißem Wasser. Fünf Minuten warten, fertig.
Der größte Vorteil: Ihr wisst, was drin ist. Und ihr könnt nach eurem Geschmack zusammenstellen – kein Geschmacksverstärker, kein Salz im Übermaß, keine Zutaten die ihr nicht mögt.
Was kann rein?
Im Grunde alles was ihr mögt. Wichtig dabei: Je feiner die frischen Zutaten geschnitten sind, desto besser garen sie durch.
Manche Zutaten müssen vorgegart sein – Erbsen zum Beispiel, oder Fleischeinlagen. Fleisch lässt sich hervorragend einkochen (dazu weiter unten mehr), dann braucht ihr nur noch ins Vorratsregal zu greifen.
Für Nudeln gilt: Mie-Nudeln und Glasnudeln müssen nicht vorgekocht werden. Normale Nudeln schon – kurz vor der eigentlichen Garzeit abgießen und kalt abschrecken. Vorgekochter Reis lässt sich in Portionsgläsern einkochen.
Was außerdem rein gehört: Gemüsebrühpulver oder Gemüsepaste – beides lässt sich selbst herstellen – Gewürze und Kräuter nach Geschmack, und ein kleiner Schuss Öl.
Gemüsebrühpulver selbst machen lohnt sich – ihr wisst genau was drin ist und habt es immer auf Vorrat. Rezepte dafür gibt es im Ko-fi-Shop. oder im Artikel Lecker und günstig leben.
Rezeptideen für eure 5-Minuten-Terrinen
Damit ihr einen Einstieg habt, habe ich ein paar Rezept-Inspirationen für euch herausgesucht.
Instant-Nudelsuppen selbst machen:
→ Yumyum-Suppe zum Selbermachen – rezepte.utopia.de
→ Instant-Nudelsuppe ohne Müll – smarticular.net
Instant-Bratensoße selbst machen (vegan):
→ Soßenpulver selber machen – smarticular.net
Instant-Porridge für das zweite Frühstück:
5-Minuten-Terrinen auf Vorrat

Was ich besonders praktisch finde: Selbst gemachte Instant-Menüs lassen sich wunderbar vorbereiten und einfrieren. Mit der Zeit entsteht ein kleiner Vorrat – und ihr habt immer schnell etwas Warmes parat.
Das ist nicht nur für Schule, Arbeit oder Uni nützlich. Auch wenn eins krank ist und keine Kraft hat zu kochen, ist eine fertige gesunde Mahlzeit aus dem Regal unbezahlbar.
Zum Einfrieren braucht ihr Gläser mit Schraubverschluss oder Bügelgläser.
Kein kochendes Wasser direkt auf gefrorene Gläser gießen – sie platzen! Immer erst im Kühlschrank über Nacht auftauen lassen.
Knackiger Salat im Glas – für unterwegs
Die Alternative zum gekauften Fertigsalat: selbst angerichtete Salate im Glas, die ihr problemlos mitnehmen könnt.
Das Dressing kommt in ein kleines separates Schraubglas – kurz vor dem Essen dazugeben, Glas schütteln, fertig. Blattsalate bleiben so knackig. Klassische Salate wie Kartoffel-, Reis- oder Nudelsalat eignen sich ebenfalls – die schmecken sowieso erst am zweiten Tag.
Eingekochter Sommersalat hält sich ohne Kühlung und ist eine tolle Basis für unterwegs – das Rezept findet ihr gleich hier.
Sommersalat einkochen – das Grundrezept
Zutaten (für mehrere Gläser):
- 2 kg Tomaten
- 500 g Paprikaschoten
- 800 g Gurken – 3 Stunden in kaltem Wasser einweichen
- 600 g Zwiebeln (rote und gelbe gemischt)
- 30–40 g Knoblauch
- 40 g Petersilie
- 2 EL Kochsalz
- 120 ml geschmacksneutrales Sonnenblumenöl
- Basilikum nach Geschmack
Und in JEDES Glas:
- 4–5 Pfefferkörner
- 1 TL Zucker
- 1 EL 9%-Essig
Zubereitung:
Alle Zutaten klein schneiden und vermengen. Mindestens 2 Stunden oder über Nacht stehen lassen – so bildet sich ein Sud, der das Dressing im Glas ergibt. In Gläser füllen, Pfefferkörner, Zucker und Essig in jedes Glas geben. Glasrand säubern, Deckel drauf.
- 500 ml = 20 Minuten
- 750 ml = 30 Minuten
- 000 ml = 40 Minuten
Danach zugfrei auf einem trockenen Tuch über Nacht abkühlen lassen. Kühl und dunkel lagern.
Passt wunderbar zu eingekochtem Putenfleisch, kurz angebratenen Würfeln oder einfach mit Nudeln untergemengt.
Putenbrust im eigenen Saft einkochen
Fleisch einkochen klingt nach Aufwand – ist es aber nicht. Und der Vorteil ist enorm: Einfach ins Vorratsregal greifen, Glas auf, Essen fertig. Kein Auftauen, kein Warten.
Zutaten:
- 1 Putenbrust ohne Haut
- Geflügelgewürz (optional)
- Weckgläser (steril)
Zubereitung:
Putenbrust waschen, trockentupfen, in passende Stücke schneiden. Wer mag, würzt die Stücke jetzt. Gläser verschließen, kalt in den Topf oder Einkochkessel stellen, mit kaltem Wasser auffüllen.
⏱️ 120 Minuten bei 100°C. Die Kochzeit beginnt erst wenn die Temperatur erreicht ist.
Zugfrei abkühlen lassen, Klammern erst am nächsten Tag entfernen.
Haltbarkeit: ca. 6 Monate.
Beim Einkochen von Fleisch gibt es einiges zu beachten – von der richtigen Glasvorbereitung bis zur korrekten Einkochzeit. Alle wichtigen Sicherheitshinweise findest du im Einkoch-Basics-Artikel.
🍱 Mehr Tipps für unterwegs und zuhause
📚 Verlinkte Rezeptquellen
#MittagessenToGo #MealPrep #EssenImGlas #5MinutenTerrine #Einkochen #Vorratshaltung #Nachhaltigkeit #ZeroWaste #GünstigEssen #PinfsKochstudio #ZeitFürGesundheitTrier
Buchempfehlung

📚 Buchempfehlung
Mein allererstes Kochbuch war das Blaue Kochbuch – damals 1983 in der Schule. Und ehrlich gesagt: Es liegt heute noch in meiner Küche. Inzwischen in der 56. Auflage, über 4 Millionen Mal verkauft und immer noch das Standardwerk, das eins wirklich von Grund auf kochen lernen lässt – von der Hollandaise bis zum Hefeteig.
Was ich daran so schätze? Es erklärt das Warum hinter den Rezepten. Nicht nur „wie lange“, sondern auch „warum so“. Genau das brauchen Anfänger – und das macht auch routinierten Köchen das Nachschlagen leicht.

Wenn euch der Artikel gefallen hat, teilt ihn doch mit euren Freunden.
Ihr wollt in Zukunft per Mail über neue Inhalte, Rezepte und Tipps informiert werden? Dann einfach zum Newsletter anmelden.
Bis bald und leckere Grüße
Eure Pinf
*Zur Refinanzierung der Kosten fürs Webhosting nimmt #PinfsKochstudio am Affiliate Programm von Amazon teil. Bestimmte Begriffe in meinen Beiträgen sind daher mit Links zu Amazon hinterlegt und mit einem * markiert. Wenn du darüber einkaufst, unterstützt du meine Arbeit ohne das dir Mehrkosten entstehen. Vielen Dank.

Pinfss Küchenausstattung
🔍 Du fragst dich, womit ich koche?
Ehrlich gesagt hab ich lange gebraucht, bis ich wusste, was wirklich zuverlässig ist. Mein Favoriten-Equipment – jetzt auf einen Blick.
► Kochtöpfe & Pfannen
► Einmach- & Einkochzubehör
► Backformen
► Bücher, die ich wirklich nutze
Affiliate-Links – für dich kein Mehrpreis,
für mich eine kleine Unterstützung. ♥



