Es gibt diesen Moment im Supermarkt, den viele kennen – und über den kaum jemand spricht. Den Moment, in dem man die Sachen aufs Band legt, innerlich zusammenzählt und hofft, dass es reicht. Nicht weil man vergessen hat, Geld abzuheben. Sondern weil man ganz genau weiß, wie viel da ist. Und wie viel nicht.
Ich kenne diesen Moment. Ich habe ihn oft erlebt. Und genau deshalb habe ich mich hingesetzt und einen Vortrag erarbeitet, die zeigt, was hinter diesem Moment steckt – in Zahlen, in Zusammenhängen und in echten Alltagssituationen.
Diesen Vortrag halte ich jetzt in Schulen, Einrichtungen und bei Fachveranstaltungen. Und in diesem Beitrag erkläre ich euch, worum es darin geht.
Spoiler: Es geht um Kaufkraft, Lebensmittel und Bürgergeld – und darum, warum günstiges Kochen in den letzten Jahren so viel schwieriger geworden ist.

In meiner Präsentation schaue ich genauer hin. Welche Produktgruppen sind besonders stark gestiegen? Was bedeutet das für Menschen, die nicht einfach auf eine teurere Marke verzichten können, weil sie schon bei der günstigsten angefangen haben? Und was heißt es, wenn ausgerechnet die Basics – die Dinge, die zum täglichen Kochen einfach dazugehören – besonders stark im Preis gestiegen sind?
Denn das ist das Tückische: Es sind nicht die Luxusartikel, die das Budget sprengen. Es sind Eier, Öl, Milch, Brot. Die Zutaten, ohne die günstige Küche gar nicht funktioniert.


Kaufkraft Lebensmittel im Bürgergeld – eine ehrliche Bestandsaufnahme
Der Kern meiner Präsentation dreht sich um eine Frage, die ich mir selbst oft gestellt habe: Was bleibt eigentlich wirklich für Essen übrig, wenn man von Bürgergeld – oder künftig der Neuen Grundsicherung – lebt?
Der Regelbedarf ist eine Gesamtsumme, die für alle Lebensbereiche gelten soll. Wohnen, Kleidung, Gesundheit, Mobilität, Bildung, Kommunikation – und eben auch Essen und Trinken. Das klingt erstmal nach einem Plan. Aber wer sich die einzelnen Positionen genauer ansieht, merkt schnell: Der Plan geht nicht auf.
Denn der Betrag, der im Regelbedarf für Lebensmittel vorgesehen ist, wird in der Realität von allen Seiten angeknappert. Das Deutschlandticket kostet mehr als der vorgesehene Mobilitätsbetrag. Strom ist teurer als kalkuliert. Zwei Rezept-Zuzahlungen im Monat, und das Gesundheitsbudget ist aufgebraucht. Und woher kommt die Differenz? Vom einzigen Posten, der irgendwie flexibel ist: vom Essen.
Das ist kein Einzelfall. Das ist Struktur.
In meiner Präsentation zeige ich das anschaulich – mit konkreten Vergleichen, die deutlich machen, wie stark die Kaufkraft von Lebensmitteln im Bürgergeld durch diese stillen Umschichtungen sinkt. Nicht durch eigenes Versagen. Sondern durch ein System, das an zu vielen Stellen zu knapp kalkuliert ist.
Wer trägt die Last? Einkommensschwache Haushalte im Vergleich

Reiche Menschen merken Preissteigerungen bei Lebensmitteln kaum. Der Anteil, den Nahrung am Gesamteinkommen ausmacht, ist für sie so klein, dass selbst ein deutlicher Anstieg den Lebensstandard kaum berührt.
Für Menschen mit kleinem Budget sieht das fundamental anders aus. Hier macht Nahrung einen erheblich größeren Anteil des monatlichen Einkommens aus – und wenn die Preise steigen, trifft das nicht nur das Konto, sondern den Teller.
Das ist kein moralisches Argument. Das ist schlicht Mathematik.
Und es erklärt, warum Tafeln in den letzten Jahren einen starken Zulauf erleben – nicht nur von den Menschen, die schon lange arm sind, sondern auch von Menschen, die neu in diese Situation geraten sind. Die Mitte der Gesellschaft ist näher am Rand als viele denken.

Die stille Abwärtsspirale – was Eltern erleben
Einer der persönlichsten Teile meiner Präsentation ist ein Thema, über das wenig gesprochen wird: Was passiert in Familien, wenn das Geld nicht reicht?
Eltern – meistens Mütter – essen zuletzt. Oder gar nicht. „Ich bin nicht hungrig“ ist oft keine Aussage über den Hunger, sondern über die Entscheidung: Die Kinder sollen satt werden. Dieser Satz hat mich selbst Jahre begleitet.
Was dabei gerne übersehen wird: Kinder merken es trotzdem. Sie spüren die Stimmung, den Stress, die Anspannung. Und wenn Geldmangel zum Familiengeheimnis wird, lernen sie etwas, das kein Lehrplan jemals beabsichtigt hat: dass Armut beschämend ist. Dass man darüber schweigt. Dass man allein damit ist.
Diese stille Abwärtsspirale beginnt nicht beim Kind – sie beginnt beim Elternteil, das sich opfert, damit niemand etwas merkt. Und sie hat Folgen, die weit über den Teller hinausgehen.
Regionale Unterschiede: Gleicher Regelsatz, ungleiche Kaufkraft
Ein weiterer Aspekt, den meine Präsentation beleuchtet: Kaufkraft ist nicht gleich Kaufkraft. Wer in einer Großstadt mit hohen Mietpreisen lebt, hat am Ende des Monats weniger für Lebensmittel übrig als jemand in einer ländlichen Region mit niedrigeren Wohnkosten – obwohl beide denselben Regelsatz erhalten.
Die Lebensmittelpreise selbst unterscheiden sich regional übrigens weniger als man denkt. Discounter sind bundesweit weitgehend gleich günstig. Der eigentliche Hebel liegt woanders: bei den Wohnkosten, bei der Mobilität, bei der Infrastruktur.
Das bedeutet: Zwei Menschen im gleichen Lebensverhältnis können je nach Wohnort einen sehr unterschiedlichen Spielraum beim Einkauf haben. Der Regelsatz macht das nicht sichtbar. Meine Präsentation schon.
Armut kostet – das Paradox der Günstig-Falle
„Günstig gekauft ist teuer gekauft“ – diesen Satz höre ich oft mit einem Schmunzeln. Aber er beschreibt eine bittere Realität.
Wer kein Geld hat, kauft das billigste Gerät. Das billigste Gerät hält kürzer. Also wird wieder gekauft – und am Ende mehr ausgegeben als jemand, der sich einmal ein haltbares Produkt leisten konnte. Wer kein Geld hat, kann keine Vorräte anlegen, wenn etwas gerade günstig ist. Wer kein Geld hat, dem fehlt oft die Energie zu kochen – und zahlt dann mehr für Fertigprodukte.
Armut macht arm. Nicht nur, weil das Konto leer ist. Sondern weil sie einen in eine Dauerschleife zwingt, aus der man ohne Unterstützung kaum herauskommt.
Was hilft – und warum ich diesen Vortrag halte
Meine Präsentation ist kein Klagelied. Sie zeigt Probleme – und sie zeigt auch, was trotzdem möglich ist. Saisonal einkaufen. Hülsenfrüchte als günstige Eiweißquelle entdecken. Einkochen, wenn etwas gerade günstig ist. Mit einer Einkaufsliste planen. Den Wochenmarkt kurz vor Schluss nutzen.
Das alles ändert nichts an der Struktur des Problems. Aber es gibt Menschen Werkzeug in die Hand – und das ist mir wichtig. Denn genau das fehlt oft: nicht der Wille, sondern das Wissen und die Sicherheit, dass man trotz knappem Budget einigermaßen gut und lecker essen kann. Dabei darf nicht vergessen werden, es gibt weder eine pauschale Vorlage, noch sind alle Menschen und Bedingungen gleich. Was für den einen funktioniert, muss nicht auch für andere funktionieren.
Deshalb halte ich diesen Vortrag. In Schulen, bei Trägern, in Einrichtungen der sozialen Arbeit. Für Menschen, die selbst betroffen sind. Und für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die täglich mit Menschen arbeiten, für die Kaufkraft, Lebensmittel und Bürgergeld kein abstraktes Thema ist – sondern der Alltag.

Dass in der Stadt nicht nur Betonwüsten, Abgase und Hundehaufen zu finden sind, zeigt euch dieses Buch von mundraub.org aus dem smarticular Verlag.
Die besten essbaren Wildpflanzen kannst du auch in deiner Nähe finden und so deinen Speiseplan mit würzigen Kräutern, Obst, Vitaminen und Mineralstoffen bereichern. Und das völlig kostenlos.

Wenn euch der Artikel gefallen hat, teilt ihn doch mit euren Freunden.
Ihr wollt in Zukunft per Mail über neue Inhalte, Rezepte und Tipps informiert werden? Dann einfach zum Newsletter anmelden.
Bis bald und leckere Grüße
Eure Pinf
*Zur Refinanzierung der Kosten fürs Webhosting nimmt #PinfsKochstudio am Affiliate Programm von Amazon teil. Bestimmte Begriffe in meinen Beiträgen sind daher mit Links zu Amazon hinterlegt und mit einem * markiert. Wenn du darüber einkaufst, unterstützt du meine Arbeit ohne das dir Mehrkosten entstehen. Vielen Dank.
„Selber machen statt kaufen – Küche“
Es gibt so viel Zeugs, dass wir kaufen, selbst gemacht aber nicht nur günstiger ist, sondern auch gesünder.
Es lohnt sich, wenn man plant auf lange Sicht etwas in seinem Leben zu verändern.
Aber auch wenn du nach selbst gemachten Geschenkideen aus der Küche sucht.

Thermobecher für Mahlzeiten
In unserem Haushalt gibt es eine Reihe diverser Thermobecher für Mahlzeiten. Sie hallten heißes heiß und kaltes kalt, Im Sommer ideal für Salate, Joghurt und Müsli, im Winter für Suppen und anderes.
Wir haben unsere bei netto und Tchibo gekauft. Dort sind sie aber nicht ganzjährig verfügbar sondern nur Aktionsware. Beim großen a gibt es eine Riesen Auswahl. Schaut welche euch am Besten gefällt.

Thermokannen
Im Grunde reichen kleine Thermokannen von dm. Sie halten relativ gut warm von morgens bis Mittag und so lässt sich auch eine selbstgemachte Tütensuppe zubereiten. Vielleicht braucht diese länger als 5 Minuten, jedoch unter 10 Minuten.
Die Jugend im Haus nutzt diese Flaschen im Winter außerdem um Tee oder selbst gemachten Instant-Porridge zuzubereiten.
Im Sommer lassen sich darin gekühlte Tees und Wasser transportieren. Oder unterwegs an Trinkbrunnen auffüllen.

Reisewasserkocher
Ein wichtiger Begleiter für uns ist dieser Reisewasserkocher. Er ist klein, verfügt über 4 verschiedene Temperaturauswahlmöglichkeiten und hält auch sehr lange warm. Das habe ich selbst auf der Fahrt (Megaverspätung) mit dem ICE im November von Berlin nach Trier getestet.
Um unterwegs Wasser zu erhitzen gibt es außerdem ein Kabel für die Steckdose. Ich fülle ihn morgens mit kochendem Wasser auf, so braucht er mittags nicht allzu lange um wieder auf Temperatur zukommen, falls die Wassertemperatur nicht ausreicht.

