Erstveröffentlicht: 12. Januar 2022 · Zuletzt überarbeitet: April 2026 · 2. Fassung

Als Kind hatte ich einen ganz besonderen Zugang zur Kartoffel – und der führte buchstäblich nach unten. In unserem Keller stand eine hölzerne Kartoffelkiste, die im Herbst mit späten Sorten befüllt wurde und uns durch den Winter brachte. Einen Teil davon brachten wir aus dem eigenen Garten, den anderen kauften wir direkt beim Bauern in 25-Kilo-Säcken. Meine Schulfreundin lebte auf einem Bauernhof, und in den Kartoffelferien – so hießen die Herbstferien damals auch bei uns – durfte ich hin und wieder bei der Ernte helfen. Das ist bis heute eine meiner schönsten Kindheitserinnerungen.

Stellt euch vor: Ohne die unscheinbare Knolle wäre ich vielleicht gar nicht hier, um das zu erzählen. Denn die Geschichte der Kartoffel ist auch eine Geschichte des Überlebens – und der deutschen Sturheit gegenüber dem Neuen. Aber der Reihe nach.

Die Geschichte der Kartoffel – ein langer Weg nach Deutschland

Jeder kennt sie, viele lieben sie – die Kartoffel. Vor etwa 500 Jahren brachten spanische Entdecker die Knolle aus den Anden nach Europa. Die Inka bauten sie schon seit 5000 Jahren an, wussten also bestens, was eins damit anfangen kann. Die Europäer? Eher nicht.

Zuerst fand die nahrhafte Knolle wegen ihrer zauberhaften Blüten den Weg in hochherrschaftliche Gärten und war ein beliebtes Geschenk für Kaiser, Könige und Päpste. Ca. 1525 erhielt Papst Clemens VII. einige Knollen als Heilmittel. Die Kartoffel sah damals noch nicht so glatt poliert aus wie heute, sondern ähnelte eher einem Trüffel. Und da sie unter der Erde wuchs, tauften die Italiener sie „Tartuffo“.

Knorrige, trüffelähnliche Kartoffel auf rustikalem Untergrund – so sahen frühe Kartoffeln aus
Lila-weiße Blüten der Kartoffelpflanze auf einem Feld

1588 gelangten die Tartuffeln in den Besitz eines niederländischen Botanikers, der sie vermehrte – und von dort aus gelangte die Kartoffel in europäische Gärten, wenn auch immer noch nicht klar war, dass dies ein nahrhaftes Gewächs war. Süd- und Westeuropa war das schon 1640 klar. Deutschland? Brauchte noch 100 Jahre.

Friedrich der Große – Mit Kartoffeln gegen die Hungersnot

Die Bauern sahen in der Knolle eher ein Teufelszeug als einen Segen. Die Deutschen, schon immer etwas behäbig und skeptisch gegenüber Neuem, brauchten bis 1740 und den Einsatz eines Königs, um die Knolle als wertvolles Nahrungsmittel zu schätzen. Friedrich der Große war es, der während einer Hungersnot dafür sorgte, dass Bauern die Kartoffel anpflanzten. Er verschenkte das Saatgut und ließ seinen Anbau von Beamten überwachen. (DIKTATUR 1elf!1!).

1770 ereilte die Deutschen eine noch größere Hungersnot – die meisten überlebten sie nur dank der Kartoffel. Danach war die Knolle rehabilitiert und eroberte Deutschland sehr erfolgreich. Na also. Geht doch.

Kalorienarm und reich an Nährstoffen

Kartoffeln sind reich an Kohlenhydraten, Eiweiß, Kalium, Magnesium und Eisen. Sie bestehen zu etwa 80 Prozent aus Wasser und sind deshalb vergleichsweise kalorienarm. Auch die Vitamine B1, B2 und C stecken reichlich in der Knolle.

Pellkartoffeln enthalten mehr Kalium als etwa gekochte Möhren oder Kürbis. Kalium soll dem Herz-Kreislauf-System zugute kommen. Bei Vitamin C und Folsäure liegen Pellkartoffeln ebenfalls vorne – Folsäure wird eine unterstützende Wirkung auf die Zellerneuerung nachgesagt.

Zwei erdige Hände halten frisch geerntete Kartoffeln – direkt aus dem Boden

Quelle: NDR – Kartoffeln richtig zubereiten  ◀️ unbedingt lesen, sehr informativ.

Welche Kartoffel für was?

Kartoffeln sind nahrhaft und vielseitig. Im Handel sind mehlige, festkochende und vorwiegend festkochende Kartoffeln erhältlich. Ich persönlich habe meistens vorwiegend festkochende zu Hause, weil sie so schön flexibel einsetzbar sind. Möchte ich Kartoffeln einkochen, nehme ich jedoch ausschließlich festkochende – sie enthalten weniger Stärke und eignen sich deshalb besser dafür.

Übrigens: Es gibt weltweit rund 350 Sorten Kartoffeln in vielen Farben und mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. Hier eine kurze Übersicht:

  • Festkochende Kartoffeln sind ideal für Aufläufe und Salate. Sie zerfallen nach dem Garen nicht und sind optisch daher perfekt.

  • Vorwiegend festkochende Kartoffeln sind sehr vielseitig. Aus ihnen lassen sich neben Salzkartoffeln und Pellkartoffeln auch Kartoffelpuffer, Pommes, Aufläufe und Eintöpfe zaubern.

  • Mehlige Kartoffeln eignen sich ideal für Kartoffelpüree, Knödel, gebackene Kartoffeln oder Folienkartoffeln. Auch für Kroketten, Herzoginkartoffeln und Nockerln sind sie die erste Wahl. In Eintöpfen machen sie ebenfalls einen guten Job.

Kartoffeln mit Quark von @KateRE2K

Pellkartoffeln mit Kräuterquark auf einem Teller – einfaches günstiges Rezept von @KateRE2K

Zubereitung:

Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen. Quark mit Milch, Brühe und Kräutern verrühren und nach Bedarf abschmecken.

Zutaten:

  • 200–300 g Kartoffeln p.P.
  • 250 g Quark (reicht für 1–2 Personen)
  • 50 ml Milch
  • 1 TL Gemüsebrühe
  • Frische oder getrocknete Kräuter (z.B. Schnittlauch, Petersilie, Dill oder Oregano, Rosmarin, Basilikum)
  • Je nach Geschmack: Butter und 50 g Leberwurst p.P.

 

Als Blitzrezept: 1 Portion Kartoffeln in abgedeckter Schüssel mit etwas Wasser 5 Minuten in der Mikrowelle.

Zubereitungszeit: 5–20 min | Personen: 1–2

Anmerkung: Auf dem Teller mit einer Portion Butter auf den Kartoffeln anrichten. Ich mag es persönlich lieber ohne und stell die Butter einfach an den Tisch. Vegetarisch ist das Rezept fertig – ansonsten noch eine kleine Portion Leberwurst dazu.

Wo günstig einkaufen? Kartoffeln (festkochend oder vf) im großen Netz günstiger. Da ich laktoseintolerant bin, nehme ich immer den frei!-Quark von Rewe. Geschmacklich mag ich die Brühe von Knorr am liebsten – im großen Behälter. 500-g-Packungen Quark sind in der Regel günstiger. Alles im Discounter der Wahl verfügbar.

🌿 Pinfs Tipp:
Quark kann bedenkenlos eingefroren werden, wenn man nicht gleich die ganze Packung benötigt. Ich verwende ihn dann gerne zum Backen. Zum Beispiel für leckere Frühstückmuffins.

Kartoffeln selbst anpflanzen – auch auf dem Balkon

Als meine Tochter noch klein war – gerade mal vier Jahre alt – habe ich sogar Kartoffeln in einem dunklen Eimer auf dem Balkon gezogen. Eins muss halt auch auf engstem Raum kreativ werden, wenn der Garten fehlt.

Wenn ihr einen Garten oder Balkon habt, kann ich euch @derGartencoach  wärmstens empfehlen. Auf seinem YouTube-Kanal findet ihr viele tolle Anleitungen für große und kleine Gärten und auch für Balkon und Terrasse

Hochbeete günstig selber bauen!

Upcycling ist das Zauberwort, wenn es darum geht, Hochbeete selbst zu bauen. Alte Gegenstände, die nicht mehr für ihren ursprünglichen Zweck taugen, aber für die Tonne zu schade sind – perfekt!

Wie hier zum Beispiel diese Fässer, die @_LeeLou__ in ihrem Schrebergarten gefunden hat.

Vier blaue Plastikfässer im Schrebergarten – bereit zum Umbau als Hochbeet-PflanzgefäßeMit Schilfrohr verkleidete Fässer als Hochbeete im Garten – DIY-Upcycling aus dem Schrebergarten

Das brauchst du für ein Hochbeetfass:

  • Ein Fass (logisch)
  • Lochsäge, idealerweise mit passender Maschine
  • Farbe oder anderes Material zur Dekoration
  • Drahtgeflecht, engmaschig – Wühlmäuse sollen draußen bleiben!

So geht es:

Fass reinigen, dann unten Löcher bohren, damit Gieß- und Regenwasser ablaufen kann. Staunässe mögen Pflanzen gar nicht. Kein Lochsägenaufsatz zur Hand? Einfach mit einem normalen großen Bohrer mehr Löcher machen – funktioniert genauso.

Wenn alle Löcher gebohrt sind, das Fass an die VORHER ausgesuchte Stelle stellen. Auf den Boden kommt das engmaschige Drahtgeflecht. Dekoriert wird zum Schluss. Kinder dabei? Prima – lasst sie die Tonnen anmalen. Das macht Spaß und sie freuen sich, helfen zu können.

Kartoffelanbau auf engstem Raum

Auf die vorbereitete Erde kommen die Kartoffeln wie im Video (oben) gezeigt. Ist das Kraut hoch genug, wieder frische Erde drauf – und so weiter, bis die Tonne fast voll ist (ca. 2–5 cm unterhalb vom Rand). Je nach Sorte kann eins schon nach einigen Wochen ernten.

Für eine schnelle Ernte sind Frühkartoffeln ideal. Danach lässt sich das Gefäß ggf. nochmal mit Kartoffeln oder mit Gemüse bepflanzen, das weniger Nährstoffe braucht – denn Kartoffeln sind Starkzehrer. Der Spaß ist übrigens für Kinder ideal, um zu zeigen, wie etwas wächst.

Noch ein paar Ideen für günstige Hochbeete

Omas Kartoffeln mit Rührei und Salat von @KateRE2K

Rührei mit Salzkartoffeln und grünem Blattsalat – Omas Rezept von @KateRE2K

Zutaten:

  • 200–300 g Kartoffeln p.P.
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eier p.P.
  • 1 Schluck Milch p.P. (ca. 20–50 ml)
  • 1 Prise Salz
  • 1 Kopf Salat (reicht locker für 4–6 Personen)
  • 1 TL Zucker
  • 1 kleine Prise Salz
  • 1 EL Zitronensaft
  • 10 ml Öl

Zubereitung: Kartoffeln waschen, schälen und vierteln. Anschließend als Salzkartoffeln kochen oder dünsten. Salat waschen und zerkleinern. In großer Schüssel mit Zucker, Salz, Öl und Zitronensaft gut durchmischen. Eier aufschlagen und mit Milch und Gewürzen verrühren. In gefetteter Pfanne zu Rührei anbraten.

Das passt dazu: Oma hat danach immer noch eine Schüssel eingekochtes Obst als Kompott serviert. :)

🌿 Pinfs Tipp :

Anmerkungen:
Skeptische Gesichter könnten anstelle des Salats natürlich auch Spinat essen. Wie viele Kartoffeln eins braucht, hängt vom Alter und Appetit ab – Jungs fressen einem da manchmal die Haare vom Kopf. Frisch gemahlener Pfeffer und/oder Schnittlauch können das Rührei verfeinern.

Wo kann eins günstig kaufen? Am besten, wenn es gerade guten Blattsalat gibt, oder ihn auf dem Wochenmarkt bekommt. Manche Märkte senken bei Obst und Gemüse eine Stunde vor Ladenschluss die Preise. Vielen Dank an @KateRE2K!

📚 Quellen & Nachweise

NDR – Kartoffeln richtig zubereiten:
ndr.de/ratgeber/verbraucher/Kartoffeln-richtig-zubereiten

@KateRE2K – Rezepte „Kartoffeln mit Quark" und „Omas Kartoffeln mit Rührei und Salat" (Twitter-Community)

@_LeeLou__ – Hochbeetfässer-Tipp:
twitter.com/_LeeLou__/status/1450038254422593536

@derGartencoach – YouTube-Kanal:
youtube.com/@DerGartencoach

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Zwei erdige Hände halten frisch geerntete Kartoffeln – direkt aus dem Boden

Wer keinen Garten hat, muss trotzdem nicht auf selbst gezogene Kartoffeln verzichten. Ein Pflanzsack auf dem Balkon reicht völlig aus – ich habe damals sogar einen alten Eimer genommen, um meiner Tochter zu zeigen wie Kartoffeln wachsen. Eins erntet mehr als eins denkt!*

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Aber auch wenn du nach selbst gemachten Geschenkideen aus der Küche suchst.