Erstveröffentlicht: 20.04.2026 · 1. Fassung

Es gibt Tage, da geht gar nichts. Nicht wegen Zeitmangel, nicht wegen Faulheit – sondern weil die Depression einfach keine Energie lässt. Wer das kennt, weiß: In solchen Momenten ist der Weg vom Kühlschrank zum Herd manchmal der längste Weg der Welt. Und trotzdem muss gegessen werden.

Genau für diese Tage gibt es bei mir das Glas. Fertig gekocht, fertig gewürzt, fertig eingeweckt – eins öffnet, erwärmt, isst.

Keine ellenlange Zutatenliste wie auf einer Fertigpackung. Kein Preis der einem den Atem verschlägt. Nur etwas Selbstgemachtes, das auf mich wartet. Seelenfutter!

Abwechslungsreiche Ernährung im Alter mit Obst, Gemüse, Kräutern und vielen anderen Lebensmitteln mit wichtigen Nährstoffen.

Aber nicht nur für schlechte Tage. Auch am Ende des Monats, wenn die Kasse knapp wird, ist der Vorrat im Glas Gold wert. Und für Seniorinnen und Senioren, die wegen Rheuma, Gicht oder Arthrose keine Kartoffeln mehr schälen können, ist das Prinzip Glas eine echte Erleichterung – besonders wenn die Familie beim Schälen hilft und gemeinsam eingekocht wird.

Heute zeige ich euch, wie eins Kartoffeln als selbstgemachte Convenience ins Glas bringt – Pommes, Bratkartoffeln, Kartoffelauflauf und mehr. Günstig, praktisch und eins weiß was drin ist.

Selbstgemacht schlägt Fertigprodukt – immer

Ein Blick auf die Zutatenliste eines gekauften Kartoffelauflauts aus dem Kühlregal. Stabilisatoren, Konservierungsstoffe, Aromen, Stärken, Salze in Mengen – die Liste ist so lang wie die A1. Eins zahlt für Verpackung, Transport, Haltbarmachung und den Gewinn des Herstellers.

Selbstgemachte Convenience kostet einen Bruchteil davon. Eins weiß genau was drin ist, weil eins es selbst hineingetan hat. Und auf Dauer ist es deutlich günstiger. Wer einmal einen großen Topf kocht und mehrere Gläser befüllt, hat für Wochen vorgesorgt – ohne Strom für Tiefkühlung, ohne Kühltruhe.

Günstig einkaufen – länger haltbar

Und noch ein Vorteil, den eins schnell übersieht: Wer Kartoffeln einkochen kann, kann auch größere Mengen kaufen. Zum Beispiel direkt beim Bauern – in einem 25-Kilo-Sack. Der Unterschied zu Discounter-Kartoffeln? Enorm. Frischer, aromatischer, echter Erdgeschmack statt wasseriger Gleichförmigkeit. Und deutlich günstiger pro Kilo.

Das Einzige, was dabei immer passiert: Irgendwann fangen sie an zu keimen. Doch wer einkochen kann, hat auch das im Griff. Einfach schälen, blanchieren, ins Glas – und die Knolle ist für Monate gerettet. Kein Keimen, kein Wegwerfen, kein schlechtes Gewissen. Das ist für mich ein echter Gamechanger. Macht unser Kartoffelbauer übrigens auch, wie er mir bei einem meiner Einkäufe verraten hat.

Was brauchst du?

Vier Weck-Tulpengläser mit rohem Einkochansatz für Bratkartoffeln – Kartoffelscheiben mit Speck und Zwiebeln in Wasser
🌿 Pinfs Tipp:
💡 Gläser sterilisieren: Im Kochtopf mit kochendem Wasser und einem Schuss Essig, im Backofen 15 Minuten bei 100°C, oder in der Spülmaschine. Danach umgedreht auf ein sauberes Küchentuch stellen.

Für alle Rezepte in diesem Artikel brauchst du im Wesentlichen dasselbe:

Das Prinzip Kühlkonserve – für fertige Mahlzeiten

Eine Kühlkonserve ist ganz einfach eine fertig gekochte Mahlzeit, die noch heiß in sterile Gläser gefüllt und danach pasteurisiert wird. Das Ergebnis: bis zu vier Wochen haltbar im Kühlschrank, ohne Tiefkühlen, ohne Strom für die Lagerung – einfach im Kühlschrank, der sowieso läuft.

Der Unterschied zum Einkochen ist der Lagerort: Eingekochtes kommt in den Keller oder die Speisekammer und ist monatelang haltbar. Die Kühlkonserve bleibt im Kühlschrank und ist für die nächsten Wochen griffbereit – ideal für alle, die schnell eine fertige Mahlzeit brauchen.

So funktioniert es:

  1. Sterile Gläser bereitstellen
  2. Fertige, noch heiße Mahlzeit bis 2–3 cm unter den Rand einfüllen und sofort verschließen
  3. Gläser bei 90°C für 30 Minuten pasteurisieren – im Kochtopf mit Wasser oder im Backofen in der Fettpfanne
  4. Höchstens 3 Stunden abkühlen lassen und direkt in den Kühlschrank stellen
🌿 Pinfs Tipp:
💡 Die Kühlkonserve ist für den schnellen Zugriff gedacht – nicht als Ersatz für den richtigen Vorratskeller. Wer am Wochenende groß kocht, befüllt gleich mehrere Gläser und hat unter der Woche immer etwas Fertiges parat.

Haltbarkeit: bis zu 4 Wochen im Kühlschrank.

Kartoffeln einkochen – die Grundregeln

Für alle Rezepte in diesem Artikel gelten dieselben Grundregeln:

  • Kalter Inhalt = kaltes Wasser im Einkochtopf – warmer Inhalt = warmes Wasser – heißer Inhalt = heißes Wasser.
  • Gläser immer nur bis 2–3 cm unter den Rand füllen – der Inhalt dehnt sich aus.
  • Steinsalz ohne Zusätze – Rieselhilfen können den Einkochsud trüb machen und den Geschmack beeinflussen.
  • Über Nacht zugfrei abkühlen lassen – kein Zug, kein Temperaturschock.
  • Einkochen im Kochtopf: Topfboden mit Küchentuch auslegen, Gläser drauf, Wasser bis zur Füllhöhe der Gläser auffüllen.
  • Sauberkeit: Kartoffeln müssen geschrubbt werden. Es darf keine Verunreinigung mehr zu sehen sein. Sonst kann das Einmachgut verderben.

Einkochzeit für alle Kartoffelrezepte in diesem Artikel: 100°C für 120 Minuten.

Geschälte Kartoffeln einkochen – besonders praktisch für Senioren

Wer wegen Rheuma, Gicht, Arthrose oder anderen Einschränkungen keine Kartoffeln mehr schälen kann, zahlt im Supermarkt viel Geld für fertig geschälte Kartoffeln – mit entsprechend langer Zutatenliste. Dabei gibt es eine viel bessere Lösung: Die Familie schält gemeinsam, eins kocht gemeinsam ein – und alle haben einen Vorrat.

Das ist nicht nur günstiger. Es ist auch ein schöner Anlass, gemeinsam Zeit zu verbringen. In großen Töpfen macht das Kochen einfach mehr Spaß.

Zutaten:

  • Kartoffeln festkochend (beliebige Menge)
  • Steinsalz ohne Zusätze (1 TL pro 1-Liter-Glas)
  • Kaltes Wasser

Zubereitung:

  1. Kartoffeln gut waschen, schälen, in gleichmäßige Stücke schneiden. Nochmals waschen bis das Wasser klar ist.
  2. In kochendem Wasser 3 Minuten blanchieren, danach sofort mit kaltem Wasser abkühlen.
  3. Bis 3 cm unter den Rand in sterile Gläser füllen. Pro Glas 1 TL Steinsalz zugeben, mit kaltem Wasser bis 2 cm unter den Rand auffüllen.
  4. Gläser verschließen und bei 100°C für 120 Minuten einkochen.
  5. Über Nacht zugfrei abkühlen lassen, dann dunkel lagern.

Haltbarkeit: Mehrere Monate im kühlen, dunklen Keller oder Speisekammer.

🌿 Pinfs Tipp:
Zum Gebrauch einfach abschütten und wie frische Kartoffeln verwenden – kochen, dünsten, braten. Die Kartoffeln sind bereits vorgegart und brauchen weniger Zeit.

Bratkartoffeln im Glas

Goldbraune Bratkartoffeln mit Speck auf Teller, dazu selbstgemachten Backfisch und Remoulade

Bratkartoffeln aus dem Glas – das klingt ungewohnt, ist aber genial. Eins blanchiert die Kartoffeln mit Speck und Zwiebeln, füllt sie ins Glas und kocht sie ein. Zum Gebrauch einfach abschütten und in der Pfanne fertig braten. Mit Salz, Pfeffer oder Lieblingsgewürz abschmecken. Schneller geht es kaum.

Vier Weck-Tulpengläser mit rohem Einkochansatz für Bratkartoffeln – Kartoffelscheiben mit Speck und Zwiebeln in Wasser

Zutaten:

  • Kartoffeln festkochend
  • Zwiebeln
  • Geräucherter Bauchspeck, gewürfelt
  • Steinsalz ohne Zusätze (1 TL pro 1-Liter-Glas)
  • Kaltes Wasser

Zubereitung:

  1. Kartoffeln gut waschen, schälen, in Scheiben schneiden. Nochmals waschen bis das Wasser klar ist. Zwiebeln schälen und würfeln.
  2. Wasser zum Kochen bringen. Kartoffelscheiben, Speck und Zwiebeln zusammen 3 Minuten blanchieren, danach sofort mit kaltem Wasser abkühlen.
  3. Mischung bis 3 cm unter den Rand in sterile 1-Liter-Weck-Tulpengläser füllen. Pro Glas 1 TL Steinsalz zugeben, mit kaltem Wasser bis 2 cm unter den Rand auffüllen.
  4. Gläser verschließen und bei 100°C für 120 Minuten einkochen.
  5. Über Nacht zugfrei abkühlen lassen, dann in den Vorrat stellen.

Zum Gebrauch: Abschütten und in der Pfanne mit etwas Öl oder Butter fertig braten. Wer mag, gibt noch frischen Schnittlauch drüber.

Pommes im Glas

Knusprige Pommes frites mit Paprikapulver auf weißem Teller, dazu Curryketchup

Ja, wirklich. Pommes einkochen. Klingt verrückt, funktioniert wunderbar. Eins schneidet die Kartoffeln in Pommes-Form, blanchiert, füllt ins Glas und kocht ein. Zum Gebrauch kommen sie in Backofen, Heißluftfritteuse oder Fritteuse – und schmecken wie frisch gemacht.

Zutaten:

  • Kartoffeln festkochend
  • Steinsalz ohne Zusätze (1 TL pro 1-Liter-Glas)
  • Kaltes Wasser

Zubereitung:

  1. Kartoffeln gut waschen, schälen, in Pommes-Form schneiden. Nochmals waschen bis das Wasser klar ist.
  2. Wasser zum Kochen bringen. Pommes 3 Minuten blanchieren, danach sofort mit kaltem Wasser abkühlen.
  3. Bis 3 cm unter den Rand in sterile 1-Liter-Weck-Tulpengläser füllen. Pro Glas 1 TL Steinsalz zugeben, mit kaltem Wasser bis 2 cm unter den Rand auffüllen.
  4. Gläser verschließen und bei 100°C für 120 Minuten einkochen.
  5. Über Nacht zugfrei abkühlen lassen, dann in den Vorrat stellen.

Zum Gebrauch: Abschütten, gut abtropfen lassen und in Fritteuse, Backofen oder Heißluftfritteuse wie gewohnt zubereiten.

Sechs Weck-Tulpengläser gefüllt mit eingeweckten Pommes – selbstgemachte Convenience aus Kartoffeln
🌿 Pinfs Tipp:
Die Pommes werden erst nach der Zubereitung gewürzt. Ihr könnt klassisch mit Salz würzen, ein leckeres Pommessalz verwenden oder was ihr sonst noch mögt.
Kleines Glas mit selbstgemachter Currywurst – mit Leopardenmuster-Deckel und handgeschriebener Beschriftung

Passend dazu gibt es bei uns natürlich auch gerne mal Currywurst aus dem Glas. Selbstgemacht versteht sich. Auch hier ein selbstgemachtes Conveniencefood mit Zutaten die ihr kennt.

Wir mögen das Rezept von Pommesmän sehr gerne. Es gibt viele Rezepte für selbstgemachte Currywurst im Netz. einfach ausprobieren.

Kartoffelauflauf als Kühlkonserve – und die Geschichte dahinter

Goldbraun überbackener Kartoffelauflauf mit Käsekruste in weißer Auflaufform auf Holzbrett

Kartoffelauflauf mit etwas viel Käse

Käse kann man nie genug haben

Dieser Auflauf war ursprünglich eine Resteverwertung. Vom Vortag übrig gebliebene Kartoffeln, ein Blick in den Kühlschrank, zusammengeworfen was noch da war – und den Kindern hat er so gut geschmeckt, dass er inzwischen regelmäßig auf dem Programm steht. Nicht nur zu Hause, sondern auch als Mahlzeit to go im Glas für die Arbeit.

Das Schöne an diesem Rezept: Es ist nicht in Stein gemeißelt. Nimm was du hast.

Zutaten

  • Gekochte, abgekühlte Kartoffeln (vielleicht vom Vortag übrig?)
  • 500 ml Milch – oder ein Pflanzendrink deiner Wahl
  • 2 EL Mehl
  • 25 g Butter oder Butterschmalz (für Kühlkonserven ist Butterschmalz besser)
  • Salz, schwarzer Pfeffer, Muskatnuss – nach Geschmack
  • Käse gerieben – egal welchen, Hauptsache Käse. Man kann nie genug Käse haben.
  • Optional: würzige in Öl eingelegte Fetawürfel, Mozzarella, oder unser selbstgemachter Käse im Würzöl
  • Optional vegan: Tofu oder vegane Alternativen nach Belieben
Mehrere Gläser mit selbstgemachtem Käse in Kräuteröl eingelegt – weiße Würfel in gelbem Öl mit Kräutern

Selbst gemachter Käse

Aus wenigen Zutaten lässt sich ein wunderbarer Käse herstellen.

Butter oder Butterschmalz im Topf zerlassen. Aufpassen – wenn es anfängt Blasen zu werfen, unter ständigem Rühren das Mehl hinzugeben und kurz anschwitzen lassen. Das dauert ca. 2 Minuten. Nicht anbrennen lassen!

Dann unter ständigem Rühren die Milch – oder den Pflanzendrink – zugeben. Weiterrühren bis eine glatte, cremige Soße entstanden ist. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Wie viel – das muss euch schmecken, nicht mir. 😄

  1. Auflaufform einfetten.
  2. Die gekochten, abgekühlten Kartoffeln in ca. 5 mm dicke Scheiben schneiden und in die Form legen.
  3. Bechamelsoße drübergeben, ggf. etwas unterheben.
  4. Käse in allen gewünschten Variationen drüber.
  5. Bei 180°C Ober-/Unterhitze ca. 30 Minuten backen – oder bis der Käse die Farbe hat, die ihr bevorzugt.

Das wars schon.

Den fertigen, noch heißen Auflauf direkt aus der Form in sterile Gläser füllen. Sofort verschließen und bei 90°C für 30 Minuten pasteurisieren. Höchstens 3 Stunden abkühlen lassen, dann direkt in den Kühlschrank. Haltbar bis zu 4 Wochen.

Wenn von der Bechamelsoße etwas übrig bleibt, macht auch daraus eine Kühlkonserve – sie ist die perfekte Basis für das nächste schnelle Gericht.

🌿 Pinfs Tipp:
Der Auflauf funktioniert wunderbar als Mahlzeit to go: Ein 500-ml-Glas passt in fast jede Tasche, lässt sich in der Arbeit in der Mikrowelle erwärmen und macht im Büro mehr Eindruck als jedes Fertiggericht.

Das Prinzip gilt für viel mehr als Kartoffeln

Wer einmal verstanden hat, wie selbstgemachte Convenience funktioniert (ja, ich auch!), hört nicht bei Kartoffeln auf. Dasselbe Prinzip funktioniert für:

  • Gulasch im Glas – am Wochenende groß kochen, unter der Woche schnell essen
  • Eintöpfe im Glas – Linsensuppe, Bohnensuppe, Erbsensuppe (ungebunden)
  • Fleisch und Wurstwaren: nach 24 Stunden nochmals einkochen um unerwünschte Bakterien endgültig zu eliminieren
  • Tomatenprodukte – Passata, Tomatensoße, Sugo selbst gemacht
  • Bratensoße – vegan oder mit Fleischgrundlage, eingekocht für Monate haltbar

Der Supermarkt lebt davon, dass wir keine Zeit haben. Wer einmal am Wochenende zwei Stunden (Ja wenn man regelmäßig übt,zugegeben) einplant, hat unter der Woche jeden Tag eine fertige Mahlzeit – ohne Fertigprodukt, ohne langen Kassenbon, ohne schlechtes Gewissen.

📚 Quellen & Nachweise

Weck – Einkochen, Rezepte und Anleitungen:
weck.de/rezepte

Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) – Lebensmittel haltbar machen:
bzfe.de

Rezepte Bratkartoffeln im Glas, Pommes im Glas und Kartoffelauflauf als Kühlkonserve:
Pinf – zeit-fuer-gesundheit-trier.de / #PinfsKochstudio

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