Kennst du das Gefühl, vor dem Kühlschrank zu stehen und zu überlegen, was du daraus noch zaubern kannst – obwohl du gerade erst eingekauft hast? Oder den leisen Frust an der Supermarktkasse, wenn die Summe wieder höher ist als erwartet? Dann bist du hier genau richtig.
Ich bin Nicola Dülk, und ich weiß, wovon ich spreche. Nicht aus Büchern, sondern aus gut zwanzig Jahren gelebter Erfahrung als alleinerziehende Mutter. Günstig kochen war für mich nie eine Lifestyle-Entscheidung – es war schlicht Alltag. Und ich habe in dieser Zeit so viel gelernt, dass ich es kaum für mich behalten kann. Deswegen gibt es diesen Artikel.

„Ausgewogen essen – für alle möglich?“
Ein- bis zweimal im Jahr halte ich im Rahmen einer Multiplikatoren-Schulung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. einen Vortrag zu genau diesem Thema – „Ausgewogen essen – für alle möglich?“ heißt er, und die Frage ist ernst gemeint. Was mich dort jedes Mal wieder am meisten bewegt? Wie viele Menschen – auch solche, die ihr ganzes Leben gut gewirtschaftet haben – gerade an ihre Grenzen stoßen. Eine Freundin von mir, mehr als vierzig Jahre in der Verwaltung tätig, mit einer eigentlich soliden Pension, erzählte mir, was sich für sie verändert hat: weniger frische Lebensmittel, weniger Bio, Verzicht auf Dinge, die sie früher für selbstverständlich gehalten hatte. Das hat mich nachdenklich gemacht. Denn ich kenne dieses Gefühl schon sehr lange – und ich weiß auch, dass es Wege gibt.
Warum günstig kochen gerade jetzt so wichtig ist
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Seit 2020 sind die Lebensmittelpreise in Deutschland kumuliert um etwa 37 Prozent gestiegen. Die Coronapandemie, der Ukrainekrieg, gestörte Lieferketten, gestiegene Energiepreise – eins nach dem anderen hat sich in unsere Einkaufstüten gefressen. Und auch wenn sich die Lage seit 2024 etwas beruhigt hat: Das alte Preisniveau kommt nicht zurück.
Das betrifft längst nicht nur Menschen in Armut. Und das ist, glaube ich, das Wichtigste, was wir begreifen müssen: Günstig kochen ist kein Armutszeugnis. Es ist schlau.

Ressourcen kennen und nutzen – das ist der erste Schritt
Bevor wir über Rezepte reden, möchte ich mit etwas anfangen, das viele unterschätzen: den eigenen Ressourcen. Denn wer gut plant und weiß, was er hat, kann damit viel mehr anfangen, als ich es selbst lange dachte.
Das fängt bei der Küchenausstattung an. Für das günstige Kochen und Haltbarmachen brauche ich keine High-End-Geräte. Wasserkocher, Handrührgerät, Küchenwaage, Zitronenpresse – das reicht für den Anfang. Und wer schon einen Backofen hat, kann damit einkochen, dörren und sterilisieren. Der Fleischwolf von Oma, der noch irgendwo im Keller steht? Auch der hat seinen Platz.
Für Fortgeschrittene lohnen sich dann vielleicht eine elektrische Kaffeemühle (ideal für Gewürze!), ein günstiges Dörrgerät von Aldi oder Lidl, oder ein Vakuumdeckel-Set. Aber bitte: keinen Stress. Eins nach dem anderen.
Und dann ist da noch eine Ressource, die wir viel zu selten einkalkulieren: die Gemeinschaft. Kochen mit Familie oder Freunden schont nicht nur den Geldbeutel – es ist auch einfach schöner. In großen Töpfen schmeckt das Essen besser, finde ich jedenfalls. Und wer Vorräte gemeinsam anlegt, teilt nicht nur die Arbeit, sondern auch Gläser, Geräte und Einkäufe. Der eine hat den großen Topf, die andere die Weckgläser, ein Dritter das Dörrgerät. So funktioniert das. Gemeinsam statt einsam – das gilt auch in der Küche.

Wo gibt es noch günstige Lebensmittel?
Diese Frage stelle ich mir selbst regelmäßig. Und ich bin ehrlich: Die Antwort ist komplizierter als ein einfaches „Geh zum Discounter.“ Denn günstige Angebote sind nicht immer wirklich günstig – manchmal fehlt auch schlicht die Möglichkeit, sie zu erreichen, wenn ÖPNV oder Auto nicht vorhanden sind.
Was bei mir gut funktioniert: Ich kaufe viel über ToGoodToGo. Seit es in meiner Region mehr Anbieter gibt, hole ich mir regelmäßig Obst-und-Gemüse-Tüten oder Kühlwaren kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Wichtig dabei: Schon im Laden überlegen, was ich damit mache. Denn die Lebensmittel wollen schnell verarbeitet werden.
Weitere Möglichkeiten, die sich lohnen: Wochenmärkte kurz vor Feierabend, Rettertüten und „Ich bin noch gut!“-Regale beim Discounter, Foodsharing-Gruppen in der Nähe, Hofläden (oft gibt es dort Obst und Gemüse zweiter Wahl sehr günstig), Einkaufsgemeinschaften mit Nachbarn oder Familie (Großgebinde sind pro Kilo fast immer günstiger), und Restpostenläden wie Motatos – online und manchmal auch lokal.
Ein wichtiger Hinweis zum Großgebinde: Den Kilopreis immer vergleichen! Größere Packungen sind nicht automatisch günstiger – aber oft schon.
Zero Waste: Aus wenig alles machen
Hier komme ich in mein Element. Wenn ich eine Tüte mit Gemüse nach Hause bringe, schaue ich nicht, was ich davon wegwerfen kann – sondern was sich daraus alles machen lässt.
Ein konkretes Beispiel: Aus einer ToGoodToGo-Obst-und-Gemüse-Tüte habe ich einmal Frühlingszwiebeln in feine Ringe geschnitten, gewaschen, abgetupft und bei 50 Grad im Backofen getrocknet, bis alles rascheltrocken war. Nach dem Abkühlen in ein Schraubglas – fertig. Seitdem habe ich immer Frühlingszwiebeln für Salat oder Bratkartoffeln.
Blumenkohl lässt sich blanchieren und einkochen. Das restliche Gemüse – Zwiebeln, Möhren, Lauch, Petersilie, Sellerie – kann ich fein würfeln, auf einem Blech im Backofen dörren und danach entweder zu Gemüsebrühpulver mahlen oder als fertige Tütensuppe portionieren. Die Schalen und Abschnitte werden nicht weggeworfen, sondern mit ein paar Pfefferkörnern, Wacholderbeeren und einem Lorbeerblatt zu einer köstlichen Gemüsebrühe ausgekocht. Heiß in sterile Flaschen füllen, verschließen, fertig.
Das ist kein Hexenwerk. Es braucht ein bisschen Planung, aber kein besonderes Vorwissen.

Drei Methoden, die ihr kennen solltet: Dörren, Einkochen, Kühlkonserve
Diese drei Methoden sind das Herzstück der günstig-kochen-Philosophie:
Dörren funktioniert mit fast allem – und geht im Backofen. Temperatur je nach Lebensmittel einstellen, einen Kochlöffel in die Tür klemmen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Klingt banal, funktioniert großartig.
Einkochen braucht einen Topf, in den die Gläser passen, und ein Küchentuch auf dem Boden, damit nichts springt. Oder wer öfter einkocht: ein günstiger Weckautomat lohnt sich. Kalter Inhalt kommt in kaltes Wasser, heißer in heißes – das ist die wichtigste Grundregel.
Kühlkonserve ist meine persönliche Lieblingsmethode für fertige Mahlzeiten. Gekochtes heiß in sterile Gläser füllen, verschließen, bei 90 Grad 30 Minuten pasteurisieren – und dann zügig abkühlen lassen. Wichtig: Die Gläser müssen innerhalb von höchstens zwei Stunden in den Kühlschrank. Bei kleinen Gläsern noch schneller, weil der Inhalt rascher abkühlt. Wer zu lange wartet, riskiert, dass der Inhalt verdirbt. Also lieber einmal kurz auf die Uhr schauen. Hält im Kühlschrank dann bis zu vier Wochen – und bedeutet, dass ich nicht jeden Tag neu kochen muss. Praktisch, oder?
mundraub.org
Zu gut für die Tonne
To good To Go

Alle Apps können in den gängigen Appstores heruntergeladen werden und sind kostenlos.


Nützliche Apps und Buchempfehlungen
Wer noch tiefer einsteigen möchte, dem empfehle ich drei Apps: mundraub.org zeigt, wo es in der Natur Obst, Nüsse oder Kräuter zum Selbstpflücken gibt. Zu gut für die Tonne ist die offizielle Bundes-App zum Thema Lebensmittelrettung. Und ToGoodToGo kennt ihr schon von mir – unverzichtbar.
Bei Büchern greife ich immer wieder gerne zu den Titeln des Smarticular-Verlags – „Geh raus! Deine Stadt ist essbar“* und „Selber machen statt kaufen“* sind beide sehr praxisnah. Und für alles rund ums Einkochen ist das Weck-Einkochbuch* das Standardwerk schlechthin.



Über mich
Mein Name ist Nicola Dülk. Ich weiß, wovon ich spreche – nicht aus Büchern, sondern aus zwanzig Jahren gelebter Erfahrung. Als alleinerziehende Mutter zweier Teenager habe ich früh gelernt, wie eins mit wenig Geld gut, gesund und mit Würde kochen kann. Dieses Wissen gebe ich weiter.
Ich biete Kochkurse, Workshops und Einzelveranstaltungen an – für Einrichtungen, Träger und Multiplikator:innen, die Menschen in schwierigen Lebenslagen begleiten. Meine Inhalte sind praxisnah, alltagstauglich und ohne erhobenen Zeigefinger.
Mehr zu meiner Arbeit gibt es auf meinem Blog
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Dass in der Stadt nicht nur Betonwüsten, Abgase und Hundehaufen zu finden sind, zeigt euch dieses Buch von mundraub.org aus dem smarticular Verlag.
Die besten essbaren Wildpflanzen kannst du auch in deiner Nähe finden und so deinen Speiseplan mit würzigen Kräutern, Obst, Vitaminen und Mineralstoffen bereichern. Und das völlig kostenlos.

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Eure Pinf
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„Selber machen statt kaufen – Küche“
Es gibt so viel Zeugs, dass wir kaufen, selbst gemacht aber nicht nur günstiger ist, sondern auch gesünder.
Es lohnt sich, wenn man plant auf lange Sicht etwas in seinem Leben zu verändern.
Aber auch wenn du nach selbst gemachten Geschenkideen aus der Küche sucht.

Thermobecher für Mahlzeiten
In unserem Haushalt gibt es eine Reihe diverser Thermobecher für Mahlzeiten. Sie hallten heißes heiß und kaltes kalt, Im Sommer ideal für Salate, Joghurt und Müsli, im Winter für Suppen und anderes.
Wir haben unsere bei netto und Tchibo gekauft. Dort sind sie aber nicht ganzjährig verfügbar sondern nur Aktionsware. Beim großen a gibt es eine Riesen Auswahl. Schaut welche euch am Besten gefällt.

Thermokannen
Im Grunde reichen kleine Thermokannen von dm. Sie halten relativ gut warm von morgens bis Mittag und so lässt sich auch eine selbstgemachte Tütensuppe zubereiten. Vielleicht braucht diese länger als 5 Minuten, jedoch unter 10 Minuten.
Die Jugend im Haus nutzt diese Flaschen im Winter außerdem um Tee oder selbst gemachten Instant-Porridge zuzubereiten.
Im Sommer lassen sich darin gekühlte Tees und Wasser transportieren. Oder unterwegs an Trinkbrunnen auffüllen.

Reisewasserkocher
Ein wichtiger Begleiter für uns ist dieser Reisewasserkocher. Er ist klein, verfügt über 4 verschiedene Temperaturauswahlmöglichkeiten und hält auch sehr lange warm. Das habe ich selbst auf der Fahrt (Megaverspätung) mit dem ICE im November von Berlin nach Trier getestet.
Um unterwegs Wasser zu erhitzen gibt es außerdem ein Kabel für die Steckdose. Ich fülle ihn morgens mit kochendem Wasser auf, so braucht er mittags nicht allzu lange um wieder auf Temperatur zukommen, falls die Wassertemperatur nicht ausreicht.
