Erstveröffentlicht: 2021 · Zuletzt überarbeitet: April 2026 · 2. Fassung
Reden wir mal über Geld. Kaum jemand, der das hier liest, hat zu viel davon. Eher das Gegenteil. Geld ist ein Tabuthema – entweder eins hat welches, oder eins hat keins. Und wer wenig hat, kämpft täglich darum, dass das Wenige reicht.
Genau dafür ist diese Serie. Kein erhobener Zeigefinger, keine Wundermittel. Nur Dinge, die ich selbst ausprobiert habe – und die wirklich helfen.
In diesem Teil:
- Mogelpackungen erkennen und Fallen vermeiden
- Preise richtig vergleichen – der Kilopreis ist entscheidend
- Energie sparen beim Kochen: Kochkiste und Wasserkocher
- Lebensmittel retten mit mundraub.org, Too Good To Go und Foodsharing
- Ordnung als Sparstrategie – mit digitalen Listen


Mogelpackungen erkennen – Geld sparen schon beim Einkauf
Meine Kids regen sich immer wieder auf. Sie kaufen sich Chips und stellen fest: die Tüte ist halb so voll, wie sie aussieht. Gleiches gilt für Cornflakes und andere Frühstücksprodukte.
Das hat einen Namen: Mogelpackung. Hersteller verändern Verpackungen oder reduzieren den Inhalt – der Preis bleibt gleich oder steigt sogar noch. Die Verbraucherzentrale Hamburg vergibt jedes Jahr den Negativpreis „Mogelpackung des Jahres“ und macht solche Tricks öffentlich sichtbar. Auf ihrer Webseite findet ihr aktuelle Beispiele und lernt, worauf eins beim Einkauf achten sollte.
Wissen ist hier der erste Schritt zum Sparen.
Preise richtig vergleichen beim Einkaufen – Geld sparen im Alltag
Je nach Wohnort kann eins beim Einkaufen sparen, wenn eins auf Angebote achtet und den Speiseplan daran ausrichtet. Aber Vorsicht: Angebote sind nicht immer wirklich Angebote.
Ich schaue schon lange nicht mehr auf den reinen Verkaufspreis, sondern auf den Kilo- oder Literpreis. Erst das macht Vergleiche wirklich sinnvoll. Einkaufen ist damit zur sportlichen Mathematikstunde geworden – aber sie lohnt sich.
Große Gebinde sind meist günstiger als kleine. Das gilt für Obst und Gemüse genauso wie für Konserven, Fleisch, Mehl und andere Grundnahrungsmittel. Auch bei Hygieneprodukten lohnt der Vergleich. Lebensmittel lassen sich gut einfrieren oder einkochen – große Gebinde rechnen sich also auch für Einzelpersonen, wenn eins gut plant.
Mein Tipp: Bildet Einkaufsgemeinschaften! Gemeinsam größere Mengen kaufen, dann aufteilen – und alle sparen.
Energie sparen beim Kochen – mit Kochkiste und Wasserkocher

Kochkiste selbst bauen
Eine Kochkiste bringt Essen zum Garen, ohne dass der Herd weiterläuft. Wasser aufkochen, Topf rein, Deckel zu – die Restwärme erledigt den Rest. Das spart bis zu 30 % Energiekosten beim Kochen.
Ende 2022/Anfang 2023 konnte ich auf den Energiekostenmessen in Trier den Kochsack vorstellen, von dem meine Twitterfreundin Heike so schwärmt. Zu Weihnachten schenkte mir @Kampfkrümmelchen einen eigenen Kochsack, der seither nicht nur bei uns zuhause die Familie begeistert, sondern auch viele Besucher an meinem Messestand.
Ihr findet bei mir:
- Kochsack selber nähen – Nähanleitung (inkl. PDF zum Download)
- Bauanleitung Kochkiste von umweltberatung.at
- Gartabelle – Kochen ohne Strom und Gas
Wer keinen Kochsack nähen möchte: Stabile Kartons aus dem Einzelhandel oder Paketversand funktionieren genauso gut. Einfach mit Stoffresten oder alter Kleidung auspolstern – fertig.

Der Wasserkocher – mein täglicher Held
Mein persönlicher Favorit, wenn es ums Energiesparen geht. Bei uns täglich mehrfach im Einsatz – und das aus gutem Grund.
Nudeln und Reis kochen: Wasser im Wasserkocher aufkochen, in den Topf gießen, Herd anstellen und ganz normal garen. Der Herd braucht deutlich weniger Zeit und damit weniger Strom.
Mittagessen ToGo: Morgens heißes Wasser in die Thermoskanne – mittags ist die selbst vorbereitete Mahlzeit in fünf Minuten fertig. Auch mit Kartoffelpüreepulver funktioniert das prima: Wasser kochen, Pulver mit etwas Butter, Salz und Muskatnuss direkt in der Schüssel anrühren.
Spülen und Putzen: Statt den Durchlauferhitzer anzuwerfen, erhitze ich Wasser im Wasserkocher. Gerade bei älteren Geräten lohnt sich das deutlich.
Tee: Ich koche Teewasser immer im Wasserkocher und fülle es dann in eine Thermoskanne. Da bei uns jeder einen anderen Tee mag, ist das die einfachste Lösung – und wir haben immer heißes Wasser für andere Notfälle.
Kaffeemaschine – oder noch besser: die French Press:
Meine Freundin heizt das Wasser für die Kaffeemaschine immer im Wasserkocher vor. Der Kaffee ist schneller fertig – ideal, wenn überraschend Besuch kommt.
Ich selbst habe meine Kaffeemaschine inzwischen in der Abstellkammer – sie kommt nur noch für besondere Gelegenheiten raus. Im Alltag reicht mir eine French Press vollkommen. Die braucht keinen Strom, keinen Filter, kein teures Zubehör. Heißes Wasser aus dem Wasserkocher drüber, kurz ziehen lassen, Stempel runter – fertig. Günstiger in der Anschaffung als eine Kaffeemaschine, erst recht als ein Vollautomat. Und auch noch deutlich weniger Plastikmüll. Praktisch, oder?
Lebensmittel retten und Geld sparen – mundraub, Too Good To Go, Foodsharing
Too Good To Go – Lebensmittel retten per App
Too Good To Go zeigt, welche Geschäfte in eurer Region sogenannte Magic Bags anbieten – übrig gebliebene Menüs, Brot, Kuchen, Fleisch, Wurstwaren, Süßwaren und mehr. Oft für die Hälfte des normalen Preises, manchmal noch günstiger. Über die App reservieren, dann im angegebenen Zeitfenster abholen. Ich nehme manchmal mehr und friere den Rest ein.
Bitte beachten: Too Good To Go ist nicht für jeden die richtige Wahl. Gerade in ländlichen Gebieten ist das Angebot spärlich – und gute Angebote sind oft mit erheblichem Fahraufwand verbunden. Ob sich das dann noch rechnet, muss jede und jeder selbst entscheiden. Missionieren ist hier fehl am Platze!
Foodsharing – gemeinsam gegen Verschwendung
Foodsharing ist eine 2012 gegründete Initiative gegen Lebensmittelverschwendung. Hunderttausende registrierte Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz retten gemeinsam Lebensmittel – aus Privathaushalten und von Betrieben. In sogenannten FairTeilern werden Lebensmittel hinterlegt, die jeder mitnehmen kann. Manche Anbieter stellen auch Essenskörbe zusammen, die direkt bei ihnen abgeholt werden.
In vielen Regionen organisieren sich Foodsharing-Gruppen selbst – schau mal auf Facebook oder in anderen sozialen Netzwerken nach einer Gruppe in deiner Nähe.
Auch ich habe hier schon einiges retten und unsere Haushaltskasse schonen können. Im September 2025 habe ich das nachgehalten. Ausgegeben habe ich ca. 100€. Im Gegenzug hatte ich einen Warenwert von über 300€.
mundraub.org – kostenlos Obst und Kräuter ernten
Über mundraub.org findet ihr freie Obstbäume, Beerensträucher, Nussbäume und Kräuter in eurer Region. Eine Karte zeigt, wo eins kostenlos ernten darf. Alles Wichtige zu den Regeln steht direkt auf der Webseite.

Ordnung als Sparstrategie – Geld sparen mit digitalen Listen
Eins geht einkaufen und kauft etwas, wovon eins denkt, es sei aufgebraucht. Zuhause angekommen – noch reichlich vorhanden. Dafür fehlt gerade etwas anderes.
Mir ist das so oft passiert. Batterien, Nägel, Backpulver – immer wieder dachte ich beim Einkaufen, die fehlen. Zuhause: massig da.
Ich habe daher eine Google-Tabelle angelegt und mit den Kindern Inventur gemacht. Einmal alles aufgenommen – und den Link als QR-Code ausgedruckt an den Kühlschrank gehangen. So habe ich immer im Blick, was noch vorhanden ist und wann Nachschub fällig wird. Von unterwegs kann ich die Liste direkt per Smartphone abrufen oder ergänzen. Und die meisten Supermärkte bieten inzwischen kostenloses Kunden-WLAN an. Praktisch, oder?
Das System funktioniert überall: Küche (Gewürze, Vorräte, Gefrierschrank), Schulsachen, Waschmittel, Putzzeug. In der Tabelle ist auch eine Spalte wo, was zu finden ist. Und es erspart mir Diskussionen mit den Kindern, wenn sie behaupten, es müsse unbedingt XY gekauft werden – obwohl es noch vorrätig ist. 😄

Wer noch tiefer in die Welt der selbst gemachten Körperpflege eintauchen möchte, dem empfehle ich „Selber machen statt kaufen – Haut und Haar“ vom Smarticular Verlag. Peelings, Cremes, Shampoos, Deodorant und vieles mehr – alles aus natürlichen Zutaten, verständlich erklärt und wirklich alltagstauglich. Ich stöbere selbst immer wieder gerne darin.

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Eure Pinf
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„Geh raus! Deine Stadt ist essbar“
Dass in der Stadt nicht nur Betonwüsten, Abgase und Hundehaufen zu finden sind, zeigt euch dieses Buch von mundraub.org aus dem smarticular Verlag.
Die besten essbaren Wildpflanzen kannst du auch in deiner Nähe finden und so deinen Speiseplan mit würzigen Kräutern, Obst, Vitaminen und Mineralstoffen bereichern. Und das völlig kostenlos.

„Kochen ohne Strom – Das Notfallkochbuch“
– ist ein gemeinsames Projekt des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), der Bonner Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks und weiterer Hilfsorganisationen. Es enthält 50 praxiserprobte Rezepte für Alltag, Camping und Notfall sowie wichtige Tipps zu Stromausfall, Vorratshaltung und Wasserversorgung. Das Buch zeigt, wie man auch ohne funktionierende Küche nahrhaft und schmackhaft kochen kann – und ist damit eine wertvolle Vorbereitung für den Krisenfall.
„Ich selbst habe dieses Buch nach der Flutkatastrophe 2021 bekommen und bin froh es im Haus zu haben.“

Das Weck Einkochbuch
Wer mit dem Einkochen anfängt, braucht eine verlässliche Grundlage. Das Einkochbuch von Weck ist genau das – ein Klassiker der Vorratshaltung mit vielen Rezepten, Grundregeln und Tipps rund ums Einkochen, Einmachen und Haltbarmachen.
Von Marmelade über Gemüse bis hin zu Fleischkonserven – hier findet eins alles was eins für den Einstieg und darüber hinaus braucht.
Empfohlen von Pinf – weil gute Grundlagen das A und O sind!
Online Angebote für Erwerbslose – Weiterbildung
In Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Trier Stadt, bietet die LZG RLP Ihnen regelmäßige Online-Angebote zu Bewegung, Ernährung oder Entspannung. Eine Anmeldung ist i.d.R. nicht notwendig.


energie-hilfe.org – Hilfe für Betroffene
