Erstveröffentlicht: Januar 2022 · Zuletzt überarbeitet: Mai 2026 · 2. Fassung
Samstags gab es bei uns immer Eintopf.
Nicht weil meine Mutter keine Lust hatte zu kochen – sondern weil der Samstag schlicht für Putzen und Wocheneinkauf reserviert war. Und in der Erntezeit erst recht: Wenn das Gemüse aus dem großen Garten rasch verarbeitet werden musste, stand der größte Topf auf dem Herd und die ganze Familie half mit. Zeit für mehrgängige Gerichte? Gab es nicht. Aber am Ende aßen alle, waren satt und warm.
Heute koche ich Eintöpfe immer noch gerne – und das hat gute Gründe. Eintöpfe selber machen bedeutet: Reste verwerten, mit einem Topf eine vollständige Mahlzeit auf den Tisch bringen, und wer mag, kann gleich einen Vorrat für stressige Tage einkochen.
Eintöpfe selber machen – was der große Topf alles kann
Eintöpfe – in manchen Gegenden auch „Durcheinander“ genannt – kommen mit einem einzigen Topf aus. Das klingt banal, hat aber echte Vorteile: wenig Kochgeschirr, eine vollständige Mahlzeit aus Gemüse, Eiweiß und Kohlenhydraten, und die Freiheit, fast alles zu verarbeiten, was gerade da ist.
Klassiker wie Linsen-, Bohnen- oder Erbseneintopf gibt es als günstige Konserve – einfach warm machen, fertig. Wer selbst kocht, hat aber mehr Kontrolle: keine Streckmittel, keine Zusatzstoffe, dafür echte Zutaten.
Wer schon mal die Dokumentationen von Sebastian Lege gesehen hat und weiß, wie industriell gefertigte Lebensmittelprodukte mit legalen Tricks gestreckt werden, dem vergeht die Lust auf Fertigprodukte schnell.
Und noch etwas: Wer saisonal und regional kauft oder einen Balkon oder Garten hat, kann schon beim Einkauf Geld sparen. Selbst auf der Fensterbank lässt sich in größeren Töpfen einiges anbauen.
Würzen ohne Tütchen: selbstgemachtes Gemüsebrühpulver
In fast allen meinen Eintöpfen steckt eine Zutat, die ich selbst mache: Gemüsebrühpulver. Klingt aufwendig, ist es nicht. Eins trocknet Gemüsereste und Kräuter, mahlt sie fein und hat ein Würzmittel ohne Zusatzstoffe, das bis zu einem Jahr hält – und jedes Gericht aufwertet.
Wie das geht, erkläre ich ausführlich in meinem Artikel über selbstgemachte Tütensuppen und Instantmischungen: Tütensuppen selber machen →
Wer schnell starten möchte: gekauftes Brühpulver ohne Zusatzstoffe (z. B. aus dem Reformhaus) tut es natürlich auch.
Rezept: Nudeleintopf ala Abhefti
Dieses Rezept kommt von Abhefti. Ich hatte damals gebeten Tipps und Rezepte zu schicken um sie mit der Community zu teilen. Ich koche es seither regelmäßig, weil es schnell geht und kaum etwas im Kühlschrank übrig lässt.
Zutaten (ca. 4 Personen)
- 500 g Hackfleisch
- 500 g Porree, frisch oder TK
- 500 g Nudeln
- etwas Öl
- 30 g Tomatenmark (aus der Tube)
Salz, Pfeffer, Gemüsebrühpulver
Zubereitung
Hackfleisch im Öl anbraten, gut salzen und pfeffern. Tomatenmark dazugeben und kurz mit anschwitzen. Porree in Ringe schneiden, waschen und dazugeben. Ca. 1 Liter Wasser oder Brühe angießen und aufkochen lassen. Nudeln hinzufügen und unter regelmäßigem Rühren köcheln lassen, bis sie den gewünschten Garpunkt haben. Bei Bedarf noch etwas Wasser nachgießen. Mit Salz, Pfeffer und Kräutern abschmecken.
Tipp: Schmeckt auch mit der halben Menge Hackfleisch – spart nochmal einiges. Reicht für ca. 4 Personen.
Mein Basis-Eintopf: mit geräucherten Mettenden
Mein eigenes Grundrezept ist noch simpler. Ich mache davon immer einen großen Topf und koche einen Teil davon gleich ein – dann habe ich für stressige Tage oder Abende vorgesorgt.
Zutaten (ca. 3–4 Personen)
- 1 Beutel TK-Suppengemüse
- 1 Paket geräucherte Mettenden
- 6 TL Gemüsebrühpulver
- 1,5 Liter Wasser
- Öl zum Anbraten
Zubereitung
Mettenden in dünne Scheiben schneiden und mit etwas Öl anbraten. Gefrorenes Suppengemüse dazugeben, mit Wasser auffüllen und mit Brühpulver würzen. Ca. 30 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen. Fertig.
Tipp: Brötchen vom Vortag? Kurz aufbacken und schräg aufschneiden – fertig ist die günstige Beilage.
Das Grundrezept lässt sich nach Lust und Vorrat abwandeln: Gulaschreste mit Soße statt Mettenden, mit Kartoffelpüreepulver eindicken, Hülsenfrüchte aus der Dose ergänzen (Kidneybohnen, weiße Bohnen), oder saisonales Gemüse verwenden, was gerade günstig oder im Garten ist. Eintöpfe sind dankbare Resteverwerter – wer kreativ kocht, braucht selten ein genaues Rezept.
Eintöpfe einkochen – so entsteht der schnelle Vorrat
Ich koche Eintöpfe immer in einem großen Topf und konserviere dann gleich mehrere Portionen. So greife ich bei Bedarf schnell auf etwas Selbstgemachtes zurück, ohne auf Fertigkonserven angewiesen zu sein.
🌿 Pinfs Hinweis:
Wichtig: Der fertige Eintopf muss innerhalb von maximal 2 Stunden in sterile Gläser abgefüllt werden – lieber schneller, besonders bei kleinen Gläsern. Dann nochmals im Backofen oder Einkochtopf einkochen.
Gebundene Soßen – also mit Mehl oder Stärke eingedickt – eignen sich übrigens nicht zum Einkochen. Das gilt auch für cremige Suppen mit Sahne oder Milch. Diese besser frisch servieren oder einfrieren. Ungebunden ist das Einfrieren kein Problem. Zutaten wie Milchprodukte oder zum Soßenbinden werden erst vor dem Servieren hinzugefügt.
Endivien untereinander – ein Klassiker aus der Community
Auch dieses Rezept kommt von @Abhefti. Ich kenne es aus meiner Heimat als „Spieß“ und liebe es seit der Kindheit. Es ist günstig, vielseitig – und wenn es wirklich schnell gehen muss, steht es mit Kartoffelpüreepulver in fünf Minuten auf dem Tisch.
Zutaten (ca. 3–4 Personen)
- 1 Kopf Endiviensalat
- 1 kg mehligkochende Kartoffeln (oder 2 Tüten Kartoffelpüreepulver)
- 1 Streifen fetter Speck (oder Speckwürfel)
- Butter, Milch, Salz, Muskat, Essig
Zubereitung
Kartoffeln schälen und in Salzwasser kochen. Speck würfeln und auslassen. Aus den Kartoffeln mit Butter, Milch und etwas Muskat ein Kartoffelpüree bereiten – oder das Pulver nach Packungsanweisung anrühren. Salat waschen und klein schneiden. Speck und Salat unter das Kartoffelpüree rühren.
Tipps von Abhefti: Endiviensalat lässt sich prima durch Blattsalat, Eichblatt oder Romanasalat ersetzen – je nach Angebot oder Gartenvorrat. Wer fetten Speck auslässt, bekommt hinterher Schmalz, das sich für andere Gerichte weiterverwenden lässt. Traditionell gibt es falsches Kotelett oder grobe Bratwurst dazu – oder man isst es einfach so. Ein Spritzer Essig zum Schluss ist bei vielen Pflicht.
Rumforttopf
Auch dieses Rezept kommt aus der Community. Bzw der Name. Es ist so simpel, dass es dafür nicht einmal ein Rezeptblatt benötigt. Fertig gekochte Lebensmittelreste, auch die kleinste Menge, werden eingefroren und gesammelt. Ist das Fach voll und ausreichend Päckchen vorhanden, wird alles aufgetaut in einem Topf, ggf. mit Gemüsebrühe verdünnt. Nachwürzen mit Salz, Pfeffer und Kräutern nach Geschmack. Fertig.
Aber Eintopf-Zutaten sind so teuer… meine Spartipps
Eintöpfe sind schon von Natur aus günstig. Aber ein paar Stellschrauben gibt es trotzdem:
Saisonal und regional kaufen: Frisches Gemüse der Saison ist deutlich günstiger als außersaisonale Ware. Im Herbst kosten Karotten, Lauch und Sellerie fast nichts – und genau diese Zutaten landen im Eintopf.
TK-Gemüse nutzen: Tiefkühlgemüse ist vollwertig, günstig und immer vorrätig. Ein Beutel TK-Suppengemüse kostet unter einem Euro und reicht für einen Topf.
Fleisch strecken: Im Nudeleintopf reicht oft die halbe Menge Hackfleisch. Hülsenfrüchte aus der Dose – Kidneybohnen, Kichererbsen, weiße Bohnen – liefern günstig Eiweiß und machen satt.
Einmal kochen, mehrfach essen: Wer einen großen Topf kocht und Portionen einweckt, spart Zeit und Energie – Herd und Backofen werden nur einmal angeheizt.
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Was ich daran so schätze? Es erklärt das Warum hinter den Rezepten. Nicht nur „wie lange“, sondern auch „warum so“. Genau das brauchen Anfänger – und das macht auch routinierten Köchen das Nachschlagen leicht.

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